Die historischen Wiener Häuser sind nur schlecht vor Abrissen geschützt. Viel zu wenige Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Abrisse kommen trotz Ortsbild-Schutzzonen vor. Öffentliche Förderungen für Sanierungen sind viel zu gering. Politik und Behörden haben Bebauungspläne erstellt und beschlossen, die Abrisse erst richtig attraktiv bzw. lukrativ machen – weil im Neubau dann viel mehr Fläche möglich ist. Zusammen mit dem problematischen Mietrechtsgesetz (eher niedrige Mieten im Altbau, unkontrolliert hohe Mieten im Neubau) arbeitet alles hin in Richtung Zerstörung.

Wird nach Abrissen neu gebaut wird, regiert völlige Beliebigkeit: hochwertige Gestaltung und Rücksicht auf die Umgebung sind vielfach Fremdworte. Attraktive Architektur wird von der Stadtpolitik auch nicht eingefordert, denn entsprechende Gesetze und Gremien (Gestaltungsbeirat) fehlen. Selbst in Schutzzonen und im Weltkulturerbe darf völlig beliebig neu gebaut werden. Das öffnet Tür und Tor für billige Gestaltung. Die Baukultur im Wien des 21. Jahrhunderts ist im Keller.

Dabei war das Stadtbild schon immer im Wandel. Auch um 1900 und in der Zwischenkriegszeit wurde abgerissen und neu gebaut. Doch auf Abrisse folgten damals ästhetisch durchaus gleichwertige Neubauten. Oft kam es sogar zu Verbesserungen (siehe Beispiele hier). Davon sind wir heute weit entfernt. Natürlich ist nicht jedes einzelne Haus für das Stadtbild von Bedeutung. Aber oft ist ein Abriss ein unersetzlicher Verlust – vor allem im Vergleich zum anschließenden Neubau. Um genau diese Fälle geht es in diesem Artikel. Berücksichtigt sind Abrisse und Neubauten seit den 1990ern.

Diese Seite wird von Zeit zu Zeit aktualisiert (zuletzt im September 2025).

Wipplingerstraße 33 (1. Bezirk)

Das riesige Jugendstilgebäude befand sich mitten in der Schutzzone und hätte damit eigentlich gegen einen Abriss geschützt sein sollen. Trotzdem wurde es 2003 abgebrochen – mit ausdrücklicher Zustimmung der Behörden. Weitere Infos hier.

Franz-Josefs-Kai 47 (1. Bezirk)

Der 1911 erbaute Kai-Palast war das erste in Stahlbeton-Bauweise errichtete Bürogebäude Wiens. Trotz Schutzzone wurde es abgerissen.

Engerthstraße 223 (2. Bezirk)

Das Gründerzeithaus stand in einer Häuserzeile aus ähnlich gestalteten Gebäuden und trug noch den alten Fassadendekor. Es wurde 2014 abgerissen, Schutzzone galt nicht.

Der Bauträger, der ein altes Hofgebäude sanierte, den straßenseitigen Altbau aber durch einen Neubau ersetzen ließ, schreibt über das Projekt:

Das Objekt „Doppeltes Glück“ (…) verbindet einen sanierten Altbau mit einem ebenso hochwertigen Neubau und fügt beide zu einem schönen Gesamtprojekt (…) zusammen. Bei der Planeinreichung machten uns chinesische Freunde darauf aufmerksam, dass die Fassadengestaltung des Neubaus dem chinesischen Symbol für „Doppeltes Glück“ ähnelt. Ein Zufall, dass die Hausgestaltung ganz dem Charakter des Gebäudes entspricht: verbindet es doch Alt mit Neu, Stadt mit Natur und Lebensraum für alle Generationen.

Die Nähe zu Prater, Donauinsel und Innenstadt besticht bei diesem Objekt genauso wie seine exzellente Struktur und sein schönes DesignWährend man im hinteren Teil den Altbauflair genießen kann, wählen Bewohner im vorderen Bereich die Vorteile des modernen Neubauwohngefühls.

Karmelitergasse 3 (2. Bezirk)

Das besonders alte Gebäude wurde trotz Schutzzone abgerissen.

Kleine Sperlgasse 4 (2. Bezirk)

Das Biedermeierhaus nahe Taborstraße wurde 2012 abgerissen.

Von 2018-2020 wurde auf dem jahrelang leeren Bauplatz ein Zubau für die benachbarte Schule errichtet.

Obere Donaustraße 6 (2. Bezirk)

Das gut erhaltene Frühgründerzeithaus, in der Nähe des Schützenhauses von Otto Wagner am Donaukanal, wurde 2008 demoliert. Der Abriss soll durch den Bau der U-Bahn notwendig gewesen sein. Eine Schutzzone für das 1868 errichtete Gebäude galt nicht. Nachdem das Grundstück jahrelang unbebaut geblieben war, wurde schließlich ein Hotel errichtet.

Obere Donaustraße 67A (2. Bezirk)

Das Häuserensemble an der Ecke Obere Donaustraße/Floßgasse stammte aus dem späten 19. Jahrhundert. Bei einer Renovierung mehrerer zusammenhängender Häuser wurde ein Gebäude abgerissen.

Die planenden Architekten über den Neubau:

Neubau eines Wohngebäudes in einer Baulücke im 2. Bezirk in Wien mit insgesamt 14 frei finanzierten Mieteinheiten. Extrem wirtschaftliche Ausnutzung des kleinen Grundstücks (…) Penthouse mit Südterrasse im Staffelgeschoß.

Rembrandtstraße 21​ (2. Bezirk)

Das prachtvolle Haus zwischen Augarten und Donaukanal war samt der aufwendigen Historismus-Fassade bis zuletzt gut erhalten. Da keine Schutzzone galt, durfte es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, für dessen Gestaltung sich eigentlich keine Worte finden lassen.

Der Eigentümer, ein großer österreichischer Immobilienkonzern, schreibt über den Neubau:

Das (…) Hotel besticht mit seinem modernen und funktionellen Design. Die Lage des Hotels unweit der Wiener Altstadt ist für einen kurzen Citytrip oder auch für einen langen Entspannungsurlaub in Wien bestens geeignet. Der belebte Karmelitermarkt, der mit zahlreichen Delikatessen lockt, befindet sich ebenfalls in der Nachbarschaft zum Hotel und zeigt eine der vielen Facetten Wiens.

Untere Augartenstraße 18​ (2. Bezirk)

Das Vorgründerzeithaus – erbaut 1825, umgebaut 1866 – hatte zuletzt keinen Fassadenschmuck mehr. Wie bei so vielen Häusern in Wien dürfte der Dekor in den 1950ern(?) entfernt worden sein. Der Abriss des alten Hauses kam um 2005. Da hier eine hohe Bauklasse galt und auch keine Schutzzone, war der Abbruch quasi schon durch den Bebauungsplan festgelegt.

Schwerer als der Abriss wiegt wahrscheinlich der Neubau, der sich in Farbe, Fenstergrößen-/achsen, Gebäudeform, Erdgeschoßzone und Dachgeschoß völlig aus der Umgebung heraushebt. Rücksicht auf die angrenzende Bebauung wurde bei der Planung nicht genommen. Das historische Nebengebäude in der Schreygasse 2 (Schrey’sches Stiftshaus, errichtet 1801) wird förmlich erdrückt.

Erdbergstraße 17 (3. Bezirk)

Der sogenannte Schubertturm ist heute in seiner ursprünglichen Form nur noch in Ansätzen zu erkennen. 2006 konnte das kleine Gebäude, in dem der Komponist Franz Schubert 1816 gewohnt hatte, gerade noch vor dem Abriss gerettet werden. Mit der Errichtung des Neubaus wurde das alte Gebäude aber so eingezwängt, dass es heute kaum noch sichtbar ist. Das alles trotz Denkmalschutz.

Grimmelshausengasse 12 (3. Bezirk)

Der interessante Bau aus der Zwischenkriegszeit im Landstraßer Botschaftsviertel wurde um das Jahr 2000 durch einen Neubau ersetzt. Weitere Infos hier.

Klimschgasse 19 und 21 (3. Bezirk)

Die beiden kleinen Wohnhäuser in der Klimschgasse stammten aus einer Zeit, als der Bezirk Landstraße noch nicht bei Wien war. Heute steht hier eine Wohnhausanlage, deren Ecke durch eine Wellblech-Verkleidung betont wird.

Rennweg 64 (3. Bezirk)

Das Gründerzeithaus war wohl ein typischer Bau des Historismus. Um 2014 musste der Altbau einem Neubau weichen.

Rennweg 73​ (3. Bezirk)

Das über 200 Jahre alte Vorstadthaus war eines von nur ganz wenigen Häusern am Rennweg aus dieser Zeit. 2015 kam der Abriss, der durch die fehlende Schutzzone und hohe Bauklasse nur eine Frage der Zeit gewesen war 

Das Hotel bewirbt sich folgendermaßen:

Das Parks 73 ist ein kleines Paradies in Form eines Apartmenthotels, bei dem an nichts gespart wurde (…) Die Gemütlichkeit wurde wahrscheinlich in Wien erfunden. Denn trotz pulsierenden Großstadtlebens, ist es den Wienerinnen und Wienern wichtig, sich Zeit zum Genießen zu nehmen. Beim Tratscherl mit Freunden im Kaffeehaus, beim Entspannen im Prater oder beim Entdecken der österreichischen Kunst und Kultur. Diese traditionelle Wiener Gemütlichkeit erleben Sie am besten im Parks 73.

Rennweg 88 (3. Bezirk)

Das Gründerzeithaus am äußeren Rennweg, nahe der S-Bahn-Station St. Marx, machte noch vor seinem Abriss einen durchaus renovierten Eindruck. Der Abbruch erfolgte im Rahmen einer von der Stadt Wien geförderten Blocksanierung. Details hier.

Schützengasse 24 (3. Bezirk)

Das Gründerzeithaus nahe Rennweg wurde um 2004 durch einen Neubau ersetzt.

Floragasse 1 (4. Bezirk)

Handelt es sich beim Haus in der Floragasse 1 (bei der Favoritenstraße) um einen Abriss oder einen Totalumbau? In jedem Fall wurde ein besonders altes Gebäude (spätes 18. Jahrhundert) durch einen unattraktiven Neubau ersetzt.

Floragasse 3 (4. Bezirk)

Das wie das Nachbarhaus im Jahr 1798 erbaute Gebäude dürfte einem radikalen Umbau zum Opfer gefallen sein. Die Fenster und die Giebel wurden zerstört, das Gesimse abgeschlagen, das alte Tor demoliert, eine Garageneinfahrt eingebaut.

Mommsengasse 5 (4. Bezirk)

Das 1854 erbaute Haus in der Mommsengasse 5 wurde abgerissen und durch ein Hotel mit dunkler Fassade und Fensterbändern ersetzt. Von der Webseite des Hotels:

Tauchen Sie ein in die Welt von Kaiserin Sissi und erleben Sie mit Kutschfahrten durch die prachtvolle Innenstadt oder einem Besuch in der Hofburg oder Schloss Schönbrunn die Welt der Kaiserin hautnah (…)  Lassen Sie sich vom Trubel der Großstadt mitreißen und machen Sie einen Ausflug in das bunte Nachtleben oder genießen in einem der wundervollen Parks die Natur (…)

Schaumburgergasse 15 (4. Bezirk)

Das biedermeierliche Haus gehörte zu den ältesten Gebäuden der Oberen Wieden. Heute steht hier ein grauer Wohnbau. Siehe hier.

Wiedner Gürtel 16 (4. Bezirk)

Das Gründerzeithaus musste 2016 einem Hotel-Neubau weichen. Eine Schutzzone galt nicht. Mehr Infos im Artikel über den Wiedner Gürtel.

Wiedner Gürtel 18 (4. Bezirk)

Die historische Kuppel des 1876 errichteten Gründerzeithauses wurde 2018 demontiert und durch einen unverhältnismäßigen Dachausbau ersetzt. Ermöglicht durch die fehlende Schutzzone und viel zu hohe Bauklasse. Siehe Artikel hier.

Wiedner Gürtel 22 (4. Bezirk)

Jahrelang war das gut erhaltene Gründerzeithaus eingerüstet, ohne dass Bauarbeiten zu erkennen waren. Der Abriss aufgrund fehlender Schutzzone kam 2015. Nähere Infos hier.

Einsiedlergasse 38 (5. Bezirk)

Das Gründerzeithaus bildete mit den Nachbarhäusern ein schönes historisches Ensemble. Es wurde um 2000 abgebrochen.

Gartengasse 1​ (5. Bezirk)

Der Vorgründerzeithaus in der Gartengasse 1 stand nicht in einer Schutzzone und war so hoch gewidmet, dass ein Abriss nur eine Frage der Zeit gewesen ist.

Hauslabgasse 34​ (5. Bezirk)

Das Gründerzeithaus mit dem secessionistischen Fassadendekor in der Hauslabgasse 34 wurde aus einem Ensemble ähnlicher Häuser herausgerissen.

Högelmüllergasse 16 (5. Bezirk)

Der Altbau aus der Hochgründerzeit mit seiner schmucken Fassade wurde um 2011 abgebrochen. Die Daten zum Gebäude waren den Behörden wohl bereits 1997 bekannt. Eine Schutzzone wurde zwei Jahre später aber nicht eingerichtet.

Kohlgasse 47 (5. Bezirk)

Das vom Architekten Heinz Gerl entworfene Gebäude wies große Fenster und eine Fassade mit Sichtziegeln auf. Gerl war Schüler von Heinrich Ferstel und Theophil Hansen und zählte zu der älteren Generation der Wiener Historismus-Architekten. 1997 wurde das Gebäude in die Datenbank der Stadt Wien eingetragen, 2002 aber trotzdem nicht in die Schutzzone aufgenommen.

Laurenzgasse 8-10 (5. Bezirk)

Das gut erhaltene und seltene Gebäude aus der Zwischenkriegszeit wurde 2013 abgerissen. Weitere Infos hier.

Margaretenstraße 103 (5. Bezirk)

Das Gründerzeithaus in der Margaretenstraße 103 stand in einem Ensemble aus ähnlichen Gebäuden. Es wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Schönbrunner Straße 63 (5. Bezirk)

Das kleine Haus war eines von nur ganz wenigen noch bis ins 21. Jahrhundert erhaltenen Biedermeierhäusern in der Umgebung. Etwa 2016 wurde es durch einen Neubau ersetzt.

Wimmergasse 17 und 21 (5. Bezirk)

In der Wimmergasse und Stolberggasse gibt bzw. gab es ein Ensemble aus interessanten Historismus-Gebäuden. Die Demolierung von zwei Häusern wurde durch die Firma ARE betrieben (eine Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft, die im Staatsbesitz ist).

Dazu das Architektenlexikon:

1875–1876 errichtete [Architekt Johann] Schneider im Bereich der neuangelegten Wimmergasse im 5. Bezirk (…) zwei Häuserzeilen mit homogenen Fassaden (…) Ein Großteil des Straßenbilds ist durch diese Bauten mit einfachen viergeschossigen strenghistoristischen Fassaden gekennzeichnet (…)

Charakteristisch ist die additive Fassadengliederung mit Pilasterrahmungen bzw. Segmentgiebelverdachungen in den beiden Hauptgeschossen. Leider wurde vor kurzem das Eckhaus Wimmergasse 17 (…) abgetragen, wodurch die Wirkung des einheitlichen Ensembles stark beeinträchtigt ist.

Die Häuser in der Wimmergasse 17 und 19 wurden 1876 erbaut und um 2013 abgerissen.

Abriss und Neubau erfolgten durch die Firma ARE, eine Tochter der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die im Eigentum der Republik Österreich ist. Die ARE beschreibt die Neubauten auf folgende Weise:

In einem klassischen gründerzeitlichen Block fügen sich zwei Neubauten durch ihre zeitlose gediegene Ausstrahlung harmonisch in die Nachbarschaft (…) Ein großzügiges Entree mit hochwertigen Materialen liegt uns ganz besonders am Herzen, denn so werden die 5 Kernwerte der ARE Austrian Real Estate Development GmbH auf den ersten Blick erlebbar: Freiraum, Sicherheit, Zukunft, Ambiente und Lifestyle (…)

Städtebaulich betrachtet ist der Neubau auf diesem Eckgrundstück der Schlussstein eines klassischen, gründerzeitlichen Blocks. Daher greift M2 [Wimmergasse 21] wesentliche Themen eines klassischen Wohnhauses auf. Sockel, durchgestaltete Fassaden und Themen wie Foyer und Stiegenhaus werden behutsam in eine aktuelle Formen- und Materialsprache übersetzt.

Moderne Materialien und Ideen garantieren nicht nur eine hochwertige und dementsprechend nachhaltige Immobilie sondern leisten einen wesentlichen Beitrag zur Aufwertung von Margareten.

Natürlich wird auch beim Schwestermodul M2 Wimmergasse das unmittelbar angrenzende Thema von Gründerzeitbauten neu interpretiert. Der gesamte Block verwandelt sich so in ein ausgewogenes, harmonisches Ensemble.

Marchettigasse 5 (6. Bezirk)

Das Biedermeierhaus wurde etwa 1802 erbaut. Es dürfte äußerlich bis zu seinem Abriss weitgehend im Originalzustand des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Siehe den Artikel zur Marchettigasse.

Mollardgasse 18 (6. Bezirk)

Das 1834 erbaute Haus hatte sich noch bis etwa 2009 original erhalten. Weitere Infos hier.

Dazu der Investor:

(…) Schon während der Zeit als Banker entwickelte sich das Interesse für die Entwicklung und Verwertung von Zinshäusern. „Wo die Liebe hinfällt“: Im Jahr 2008 fiel dann die Entscheidung, in die Immobilienbranche zu wechseln und eigene Projekte zu entwickeln und gemeinsam mit Partnern zu realisieren. Es begann 2009 mit einem Neubauprojekt in Wien 6. In der Mollardgasse 18 wurden 40 Wohnungen für einen bekannten institutionellen Investor errichtet. Damit war der Grundstein für die Erfolgsgeschichte [des Unternehmens] gelegt.

Wallgasse 15 und 17 (6. Bezirk)

Die beiden Gebäude aus der Vorgründerzeit wurden um 2010 zugunsten einer großen Wohnhausanlage abgerissen.

Halbgasse 4 (7. Bezirk)

Das hübsche Vorstadthaus mit dem markanten Giebel (Klassizismus?) musste um 2009 einem Neubau weichen. Weitere Infos hier.

Kaiserstraße 82 (7. Bezirk)

Das schlichte Gründerzeithaus wurde durch einen Neubau ersetzt.

Schottenfeldgasse 81 und 83 (7. Bezirk)

Die beiden Biedermeierhäuser wurden um 2012 abgerissen. Siehe auch hier.

Zieglergasse 51 und 53 (7. Bezirk)

Die beiden Vorstadthäuser wurden durch schlichte Wohnbauten ersetzt. Infos hier.

Alser Straße 13 (8. Bezirk)

Das Haus aus der Vorgründerzeit wurde um 2000 durch ein hohes Wohnhaus ersetzt. Der Bebauungsplan hat durch die hohe Bauklasse den Abriss sicherlich begünstigt.

Gründerzeithäuser, Autos, altes Foto
Alser Straße 13: erbaut 1824, Abriss um 2000(?) (Foto: 1997, MA 19/Stadt Wien), Architekt: Josef Klee

Architekt des Gebäudes war Josef Klee (1788-1852), ein vielbeschäftigter Stadtbaumeister, der zahlreiche Wohnhäuser in den ehemaligen Vorstädten errichtete.

Daungasse 6 (8. Bezirk)

Das hübsche Frühgründerzeithaus – Baujahr 1864 – in der Nähe der Alser Straße wurde um 2005 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Keine Schutzzone, zu hohe Bauklasse.

Tigergasse 7 (8. Bezirk)

Der 1788 erbaute Miethaus in der Tigergasse 7 erhielt sich noch bis um 2000, einschließlich der aufwendig gestalteten Fassade. Der Neubau lässt sich nicht in Worte fassen.

Alserbachstraße 26 (9. Bezirk)

Das ensembleprägende Frühgründerzeithaus an einer exponierten Stelle der Alserbachstraße traf 2010 die Abrissbirne. Der Neubau glänzt mit minimaler Gestaltung, die keinerlei Rücksicht auf die gründerzeitliche Umgebung nimmt. Rücksicht fordert die Stadt Wien aber auch nicht ein, denn es gibt quasi keinerlei Rahmenbedingungen für die äußere Gestaltung von Bauwerken. Auch fehlen transparente Bewilligungsverfahren (Gestaltungsbeirat).

Auf der Webseite des Bauträgers ist zu lesen:

Entwicklung und Realisierung eines Wohnbauprojektes im Auftrag einer institutionellen Immobiliengruppe

Von der Webseite eines Immobilienmaklers:

Mehrfamilienwohnhaus, 70 Wohnungen / „Vorsorgewohnungen“, 4.400 m² Wohnnutzfläche, 71 KFZ-Tiefgaragenstellplätze

Die Bezirkszeitung berichtete 2010 folgendes:

Am Grundstück Alserbachstraße 26 hatte die Immobilienfirma Lenikus den Bau eines Bürohauses geplant. Doch nun ist fix: Nach dem Verkauf der Liegenschaft an die Real Invest GmbH wird auf dem Eckgrundstück (…) ein neues Wohnhaus mit 72 Wohnungen und ebenso vielen Garagenplätzen entstehen.

Badgasse 27 (9. Bezirk)

Das Gebäude stammte noch aus einer Zeit, als der Alsergrunder Bezirksteil Lichtental eine eigene Gemeinde war. Da keine Schutzzone galt und das Bundesdenkmalamt das 1720 errichtete Haus als nicht erhaltenswert beurteilte, durften es abgerissen werden. Durch die viel zu hohe Bauklasse hat die Stadt Wien den Abriss indirekt gefördert.

Vonseiten des Bundesdenkmalamts hieß es zu dem Abriss:

Wir setzen bei der Bewertung des Denkmalschutzes eine hohe Latte an. Die Häuser in der Badgasse genügten den Kriterien in ihrer baukünstlerischen Formulierung nicht (…) Unterm Strich hatten die Häuser keinen Wert. Es gibt in Wien viel bessere erhaltene Gebäude aus derselben Zeit, die klar machen, warum diese beiden nicht besonders schützenswert waren.

Badgasse 29 (9. Bezirk)

Wie das Nachbarhaus (siehe oben) wurde auch das Haus in der Badgasse 29 abgerissen.

2014 schrieb die Initiative Denkmalschutz:

Politisch hauptverantwortlich für den Abriss ist jedoch der Wiener Gemeinderat, der 2003 im Rahmen des neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes keine Schutzzone und auch keine Bestandswidmung beschlossen hat (…)

Borschkegasse 8 (9. Bezirk)

Das in der Nähe des AKH befindliche Haus mit Jahrhundertwende-Dekor wich 2015 einem Neubau.

Bei der Umwidmung 2012/2013 – also vor dem Abriss – wies die Initiative Denkmalschutz bereits auf die fehlende Schutzzone hin:

Im Plangebiet ist keine Schutzzone gemäß Wiener Bauordnung ausgewiesen und im gegenständlichen Planentwurf auch nicht vorgesehen (…)

Borschkegasse 8 (…) mit reichem secessionistischem Dekor: Pilaster, Frauenköpfe (…)

Den Empfehlungen der Bürgerinitiative wurde nicht gefolgt. Auch die viel zu hohe Bauklasse (maximal erlaubte Bauhöhe) wurde belassen. Fatal für den Altbau.

Borschkegasse 14 (9. Bezirk)

Das Gründerzeithaus wurde 2014 abgerissen. Ein Jahr zuvor war der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan geändert worden – ohne umfassende Schutzzone. Weitere Infos hier.

Brünnlbadgasse 3 (9. Bezirk)

Das Haus gehörte zu den ältesten Gebäuden des Grätzls beim alten AKH und wies auch noch die einfache und für jene Zeit typische Fassade auf. Eine Immobilienfirma über den Neubau:

Dieses luxuriöse Apartmenthaus (…) unweit des Viktor-Frankl-Parks und der Privatklinik Confraternität – bietet Wohnraum mit Elegance.

Sobieskigasse 35 (9. Bezirk)

Das mit historistischem Fassadenschmuck errichtete Gebäude nahe Währinger Gürtel wurde 2015 abgerissen. Details hier.

Währinger Gürtel 164 (9. Bezirk)

Der Altbau – ein Gründerzeithaus ohne Dekor – wurde um 2010 durch einen Neubau ersetzt. Das neue Gebäude ist gekennzeichnet durch eine gelbe Putzfassade mit unregelmäßig angeordneten Wellblech-Elementen.

Gudrunstraße 187​ (10. Bezirk)

Beim 1890 errichteten Altbau handelte es sich um die ehemalige Brown-Boveri-Fabrik. Der historisch bedeutende Backsteinbau wurde abgerissen, an seiner Stelle ein plattenbauartiges Wohngebäude errichtet.

Favoritenstraße 127​ (10. Bezirk)

Die Fassade des Gründerzeithauses gleich hinter dem Reumannplatz war auf einer Seite noch original erhalten. 2015 wurden die über 140 Jahre alten Ornamente bei der Sanierung des Hauses abgeschlagen – mit Zustimmung der Behörden. Weitere Infos hier.

Aichhorngasse 14​ (12. Bezirk)

Ein Jahr vor dem Abriss wurde das Gebiet, in dem das um 1850 erbaute Haus stand, umgewidmet – ohne Schutzzone. Weitere Infos hier.

Albrechtsbergergasse 17 (12. Bezirk)

Das Gründerzeithaus in der Albrechtsbergergasse 17 war eines von nur wenigen Häuser mit Fassadenschmuck in dieser Gegend von Meidling. Der Abriss kam schon vor 2011. Eine Schutzzone galt nicht.

Bischoffgasse 25 (12. Bezirk)

Das Gründerzeithaus wurde 2015 abgerissen und durch ein kaum höheres Gebäude ersetzt. Der 1997 im Gemeinderat beschlossene Bebauungsplan hatte keine Schutzzone vorgesehen.

Rosasgasse 19​ (12. Bezirk)

Das mit dem charakteristischen Dekor der Jahrhundertwende geschmückte Haus bildete mit dem beeindruckenden benachbarten Jugendstilhaus ein kleines Ensemble. Trotz der hohen Erhaltungswürdigkeit beider Häuser wurde 1997 keine Schutzzone beschlossen. Der Abriss kam um 2010. Weitere Infos hier. In der Werbebroschüre für den Neubau steht u. a. das:

Wer heute schon an morgen denkt, kommt an einer Vorsorgewohnung nicht vorbei (…) Durch die Nähe zum Schloss Schönbrunn, die gute Erreichbarkeit, die hervorragende Infrastruktur und die komfortable Ausstattung ist jede der modernen Wohnungen in der Rosasgasse gut vermietbar. Sie sind daher sichere Vorsorgeobjekte mit besten Ertragschancen. Wegen der großen Bandbreite an verfügbaren Wohnungsgrößen gibt es praktisch für jedes gewünschte Investitionsvolumen das richtige Angebot (…)

Schönbrunner Straße 211 (12. Bezirk)

Der Fassadenschmuck des Jahrhundertwendehauses war bis kurz vor dem Abriss noch vollständig vorhanden. Weitere Infos hier.

Schönbrunner Straße 217 (12. Bezirk)

Nur wenige Hausnummern vom oben erwähnten Haus entfernt wurde zwei Jahre später ein ebenso erhaltenswertes Gebäude abgebrochen. Weitere Infos hier.

Beckmanngasse 27 (14. Bezirk)

Das in leicht versteckter Lage befindliche Haus schien frisch renoviert. Trotzdem wurde es abgebrochen.

Felbigergasse 65 (14. Bezirk)

Ein kleines Gründerzeithaus zwischen Hütteldorfer und Linzer Straße wurde abgerissen und 2015 durch einen Neubau ersetzt. Weitere Infos hier.

Huttengasse 5 (14. Bezirk)

In der Huttengasse im Penzinger Bezirksteil Breitensee stehen einige mit spätgründerzeitlichem und secessionistischem Dekor geschmückte Wohnhäuser. Eines dieser Häuser wurde 2016 abgebrochen. Im 1999 vom Gemeinderat beschlossenen Bebauungsplan war keine Schutzzone eingerichtet worden.

Linzer Straße 80 (14. Bezirk)

In der Linzer Straße gibt es noch einige niedrige Vorstadthäuser, die gut erhalten sind. Eines dieser Häuser wurde um 2014 abgebrochen – trotz Schutzzone.

Goldschlagstraße 54 (15. Bezirk)

Das hübsche Eckhaus wies noch den originalen Fassadenschmuck auf, als es abgerissen wurde.

Das Nachfolgegebäude wurde zusammen mit den Nachbarhäusern von einer gemeinnützigen Wohnbauvereinigung errichtet (Stättermayergasse 15-17, Preysinggasse 18). Das Architekturbüro über den Neubau:

Eckbetonung durch die besondere Rolle der Stättermayergasse als U-Bahn-Zugang durch die Ausbildung eines zeitgemäß formulierten „Eckturms“.

Hackengasse 11 (15. Bezirk)

Der ca. 1881 errichtete Schulbau diente 1944-1945 als Zwangsarbeiterlager für ungarisch-jüdische Deportierte, nach 1963 als Bildungszentrum einer Gewerkschaft (Toni Platzer-Heim). Abriss um 2006. Weitere Infos hier.

Linke Wienzeile 212 (15. Bezirk)

Wann wurde das auffallende Gebäude in der Linken Wienzeile 212 erbaut? Erst bei näherem Hinsehen zeigen sich die Besonderheiten des Gebäudes: Große Fenster, die an den späten Jugendstil erinnern, und Balkone mit einer Wellenform, die bei Gemeindebauten der 1920er und 1930er populär war. 2018 kam der Abriss.

Mariahilfer Gürtel 33 (15. Bezirk)

Das prächtige Gründerzeithaus am Mariahilfer Gürtel wurde nur wenige Tage vor der Verschärfung der Bauordnung im Juni 2018 abgerissen. Eine Schutzzone war nicht rechtzeitig eingerichtet worden. 2021 wurde der Neubau – ein Hotel in Holzbauweise – fertiggestellt. Infos hier.

Neubaugürtel 15 (15. Bezirk)

Das 1903 erbaute Gründerzeithaus war Teil eines Blocksanierungsgebiets. Während die Nachbarhäuser saniert und wenig behutsam aufgestockt wurden, traf das Haus am Neubaugürtel 15 der Abbruch.

Totalabriss statt Sanierung – gefördert durch die öffentliche Hand. Dazu die Immobilienfirma, die hier baute:

Das Projekt Goldschlagstraße besteht aus einem Ensemble von fünf Stilzinshäusern (…) Die aus der Gründerzeit um 1900 errichteten Objekte zeichnen sich durch die erhaltenen Fassaden und klassischen Stilaltbauwohnungen mit großen Fenstern, hohen Decken und Parketten aus. Diese wurden zusammen mit den allgemeinen Teilen des Hauses umfassend und substanzschonend saniert. Auf dem Grundstück Neubaugürtel 15 entstand ein hochwertiger Neubau (…)

Für die Sanierung und Neuerrichtung wurden Fördermittel der Stadt Wien (WWFSG 1989) in Anspruch genommen.

Altbau am Neubaugürtel 15, 2012 abgerissen, Rudolfsheim-Fünfhaus, Wien
Neubaugürtel 15: Baujahr: 1903, Abriss: 2012 (Foto: 1999, MA 19/Stadt Wien)

Auf der Webseite der planenden Architekten heißt es:

Block- und Sockelsanierung sind zwei klassische Instrumentarien der „sanften Stadterneuerung“ in Wien, mit denen gründerzeitliche Bausubstanz über Liegenschaftsgrenzen hinweg partiell verdichtet und entkernt werden kann. Ein gründerzeitlicher Block der Bauzeit um 1900 an der Kreuzung Neubaugürtel im Osten und der sonnigen, ruhigen Goldschlagstraße im Süden wurde (…) nun vorbildlich saniert und erneuert.

Der Wohnfonds der Stadt Wien sagt dazu:

Das Projekt erfuhr während der intensiven Vorbereitung und in der Bauphase sowohl vom Bezirk als auch vom wohnfonds wien größtmögliche Unterstützung (…)

Schweglerstraße 27 (15. Bezirk)

Bei der Aufstockung des Altbaus wurde auch gleich der alte Dekor entfernt. Mit Zustimmung der Behörden. Details hier.

Sperrgasse 15 (15. Bezirk)

Vielleicht stammte das kleine Haus in der Sperrgasse (bei der äußeren Mariahilfer Straße) noch aus der Vorgründerzeit und wäre damit schon vor der Eingemeindung von Rudolfsheim-Fünfhaus erbaut worden. Wegen zu hoher Bauklasse und fehlender Schutzzone war der Abriss nur eine Frage der Zeit.

Stättermayergasse 15 (15. Bezirk)

Neben dem ebenfalls abgerissenen Eckhaus wurde auch ein schönes Gründerzeithaus in der Stättermayergasse abgerissen.

Tautenhayngasse 13 (15. Bezirk)

Das mit Jugendstil-Dekor geschmückte Haus nahe Breitensee und Schmelz wurde etwa 2003 abgerissen. Heute befindet sich hier eine große Wohnhausanlage. Weitere Infos hier.

Turnergasse 24 und 26 (15. Bezirk)

Die einfachen, aber für ihre Bauperiode charakteristischen Vorgründerzeithäuser in der Turnergasse gehörten zu den immer rareren Zeugnissen der einstigen Gemeinden, die heute den 15. Bezirk bilden. Sie wurden vor 2011 abgerissen.

Turnergasse 33 (15. Bezirk)

Das etwa Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Wohnhaus war ein atypischer Gemeindebau, also in Besitz der Stadt Wien. Über lange Zeit hatte die Stadt das Haus verfallen lassen, um 2000 wurde es privatisiert. Einige Jahre nach dem Abverkauf wurde es abgebrochen und durch einen schmucklosen Neubau ersetzt. Auf der Webseite des Bauträgers wird der Neubau so beschrieben:

27 Wohnungen hinter beeindruckender Fassade

Bachgasse 5 (16. Bezirk)

Das 1878 errichtete Gründerzeithaus an der Ecke Bachgasse/Lindauergasse wurde nur wenige Tage vor der Verschärfung der Wiener Bauordnung  teilweise und kurze Zeit später vollständig abgerissen. Zusammen mit zwei Nebenhäusern aus derselben Bauperiode. Eine Schutzzone galt nicht. Details hier.

Enenkelstraße 14 und 18 (16. Bezirk)

Waren die Gründerzeithäuser in der Enekelstraße (nahe Bahnhof Ottakring) wirklich nicht mehr sanierbar? Oder war ein Neubau einfach viel profitabler (mehr Wohnfläche auf gleichem Grundstück), sodass es zu einem Abriss kam?

Heigerleinstraße 20-22 (16. Bezirk)

Das über zwei Parzellen gehende Gründerzeithaus mit dem eleganten Dekor des frühen 20. Jahrhunderts wurde 2018 abgerissen. Bei der wenige Jahre zuvor erfolgten Umwidmung hatten Politik und Behörden keine Schutzzone eingerichtet. 2021 wurde der Neubau fertiggestellt. Details hier.

Huttengasse 85 (16. Bezirk)

Das kleine Haus, eine alte Meierei, stand in einer Schutzzone, wurde also von den Magistraten als erhaltenswert angesehen. Trotz äußerlich gutem Bauzustand wurde es abgerissen. Durch die viel zu hohe Bauklasse war es nur eine Frage der Zeit, bis es ein Investor per „Abbruchreife“ doch noch schleifen würde.

Redtenbachergasse 4 (16. Bezirk)

Das 1871 errichtete Gründerzeithaus wurde trotz aufrechter Schutzzone abgerissen. Der Neubau ist mit seiner grauen Fassade und den aleatorisch angeordneten Fenstern ein Fremdkörper im Stadtbild.

Das war auf der Homepage des Architekturbüros, das den Neubau geplant hat, zu lesen:

Die Lage in einer Schutzzone (…) erforderte einen entsprechenden Umgang mit der Straßenansicht und den Feuermauern.

Speckbachergasse 9 und 15 (16. Bezirk)

In der nahe Ottakringer Straße liegenden Speckbachergasse hatten sich noch bis ins 21. Jahrhundert hinein viele Gründerzeithäuser mit intaktem Fassadenschmuck erhalten. Binnen weniger Jahre wurden zwei dieser Häuser geschleift.

Das kleine Haus in der Speckbachergasse 15 (Foto unten) traf 2017 die Abrissbirne.

Thaliastraße 56 (16. Bezirk)

Für das 1883 erbaute Gründerzeithaus galt eine viel zu hohe Bauklasse. Eine Schutzzone war nicht eingerichtet worden. Die Bezirksvorstehung Ottakring zeigte im Vorfeld wenig Interesse am Erhalt des Gebäudes (wie der Autor bei einem Gespräch in der Bezirskvorstehung erfahren durfte). Das Haus wurde 2018 samt zwei Nachbarhäusern abgerissen.

Der Neubau geht über drei Parzellen und zeichnet sich durch eine minimalistische Gestaltung aus. Besonders die Seite zur Thaliastraße ist geradezu abweisend – vor allem durch die großen Mauerflächen. Abriss und Neubau wurden vom Wiener Unternehmen Rustler in Auftrag gegeben. Details hier.

Hernalser Hauptstraße 59 und 61​ (17. Bezirk)

Im Zentrum von Hernals wurden etwa 2013 zwei Gründerzeithäuser trotz Schutzzone abgerissen und durch einen Neubau mit schlichter Architektur ersetzt. Details gibt es im dazugehörenden Artikel.

Kainzgasse 11 (17. Bezirk)

Der wohl im 19. Jahrhundert errichtete Altbau wurde um 2013 abgerissen. Der Bebauungsplan hatte für das Haus eine Abrisswidmung vorgesehen (hohes Gebäude möglich, keine Schutzzone). Im Neubau wurden „Vorsorgewohnungen“ errichtet. „Das Projekt Kainzgasse 11 zeichnet sich durch moderne Architektur und intelligente Grundrisse aus“, so eine Werbebroschüre.

Leitermayergasse 11​ (17. Bezirk)

Ein dreigeschoßiges Gründerzeithaus in der Leitermayergasse wurde durch einen Neubau mit Fensterbändern ersetzt.

Pezzlgasse 28 (17. Bezirk)

Das gut erhaltene Gründerzeithaus wurde abgerissen. Eine Schutzzone galt nicht. Heute steht hier eine über zwei Parzellen gehende Wohnhausanlage mit wenig attraktiver Architektur. Details hier.

Urbangasse 6 (17. Bezirk)

Das schmucke Eckhaus wurde durch einen hohen Wohnblock ersetzt. Im Bebauungsplan hatten die Behörden eine Abrisswidmung festgelegt.

Zeillergasse 18-22 (17. Bezirk)

Drei Altbauten wurden durch eine große Wohnhausanlage ersetzt.

Zeillergasse 30 (17. Bezirk)

Das 1894 erbaute Gründerzeithaus wurde 2009 aufgestockt. Dabei wurde der Fassadendekor zur Gänze zerstört.

Blumengasse 22​ (18. Bezirk)

Das Gründerzeithaus in der Blumengasse 22, in der Nähe der Hernalser Hauptstraße, wurde um 2007 abgerissen. Der Neubau bricht durch die leicht auskragenden Gebäudeteile mit der einheitlichen Bauflucht.

Auf der Webseite der Architekten, die den Neubau in der Blumengasse geplant haben, ist u. a. dies zu sehen:

Ferrogasse 5​ (18. Bezirk)

Das Gründerzeithaus in der Nähe der S-Bahn-Station Gersthof wurde um 2013 abgerissen. Weitere Infos hier.

Gentzgasse 53​ (18. Bezirk)

Der Abriss des schönen, aber renovierungsbedürftigen Gründerzeithauses ist besonders bedauerlich, da die ganze Gasse sonst ausgezeichnet erhalten ist.

Gentzgasse 67​ (18. Bezirk)

Nur wenige Hausnummern entfernt und zu einer ähnlichen Zeit wie das oben genannte Haus wurde ein weiteres Gründerzeithaus abgerissen.

Gersthofer Straße 49 (18. Bezirk)

Die Villa wurde in der Gründerzeit erbaut, die Architektur lässt an die Jahrhundertwende denken. 2017 wurde das Gebäude abgerissen, 2019 war der Neubau fertig. Beim Neubau handelt es sich um einen freifinanzierten Wohnbau. Die äußere Gestaltung ist geprägt durch graue Farben, (wahrscheinlich) eine Styroporfassade, Fenster wie in den 1980ern und Balkone auf eine stark befahrene Straße.

Herbeckstraße 59​ (18. Bezirk)

Das gut erhaltene Gründerzeithaus in Gersthof wurde durch einen großen Wohnblock in Minimal-Gestaltung ersetzt.

Jörgerstraße 4-8 (18. Bezirk)

Das ehemalige Hotel „Thüringer Hof“ wurde 2019 abgerissen und durch ein Wohnhaus ersetzt.

Johann-Nepomuk-Vogl-Platz 7 (18. Bezirk)

Zwischen zwei schmucklosen Häusern am Johann-Nepomuk-Vogl-Platz stand noch bis in die 2000er-Jahre ein einfaches Gründerzeithaus.

Kastnergasse 18 (18. Bezirk)

Das Gründerzeithaus wich schon vor 2012 einem Neubau. Weitere Infos hier.

Kutschkergasse 20 (18. Bezirk)

Das kleine Gründerzeithaus in der Nähe des bekannten Kutschkermarkts wurde abgerissen, obwohl es erst einige Jahre zuvor renoviert worden war. 

Der Bauträger schreibt zum Neubau:

Entwicklung und Realisierung eines Wohnbauprojektes auf eigene Rechnung, Verwertung in Zusammenarbeit mit einer banknahen Immobiliengruppe an private Investoren

Der Investor:

Das Projekt Schopenhauerstraße 26 erfüllt bestens die wichtigsten (…) Kriterien für die optimale Vorsorge Wohnung.

Kreuzgasse 49 (18. Bezirk)

Das Gründerzeithaus war das letzte Haus seiner Zeit in diesem Abschnitt der Kreuzgasse. Zu den benachbarten Nachkriegsbauten kam nach dem Abriss des alten Hauses ein schmuckloser Neubau dazu.

Martinstraße 88 (18. Bezirk)

Die zu hoch angesetzte maximale Bauhöhe hat wohl dazu beigetragen, dass das Gründerzeithaus in der Martinstraße 88 abgebrochen wurde und das Nachbarhaus eine unschöne Aufstockung erhielt.

Mitterberggasse 6 (18. Bezirk)

Das Gründerzeithaus wurde ca. 2017 abgerissen und durch ein Wohnhaus mit karger Fassadengestaltung ersetzt. Es wurden Eigentums- bzw. Vorsorgewohnungen errichtet.

Theresiengasse 53 und 55 (18. Bezirk)

Die Gründerzeithäuser in der Theresiengasse 53 und 55, bei der Kreuzgasse, waren nur teilweise erhalten. Die historische Fassade dürfte irgendwann (Nachkriegszeit?) entfernt worden sein. Eine Schutzzone galt nicht. Der große Wohnblock, der seit 2016 an der Ecke Kreuzgasse/Theresiengasse steht, nimmt kaum Rücksicht auf die Umgebung. Die Erdgeschoßzone präsentiert sich abweisend.

Eingangsbereich und Stiegenhaus des Neubaus ließ der Bauträger von einem Künstler ausschmücken. Dieser beschreibt sein Werk so:

Für die Arbeit in der Wohnhausanlage Theresiengasse 53–55 wird die Schnittstelle von Malerei und Architektur zentral gesetzt. Raumgreifende Malerei reagiert auf architektonische Vorgaben, greift in einer raumdefinierenden Weise in das Raumgefüge ein. Im Mittelpunkt steht für mich dabei nicht der absolute Kontrast, das Gegensetzen, sondern das ergänzende Moment im Sinne der Optimierung des Raumeindrucks.

Auf eine künstlerische Ausgestaltung der Fassade wurde verzichtet.

Teschnergasse 18 (18. Bezirk)

Das prachtvolle Eckhaus Teschnergasse/Schopenhauerstraße mit dem typischen Schmuck der späteren Gründerzeit wurde zugunsten eines klobigen Neubaus abgerissen.

Döblinger Hauptstraße 2 (19. Bezirk)

Der Abriss des um 1900 errichteten Gebäudes an der Döblinger Hauptstraße, direkt beim Gürtel und der historischen U6-Station Nußdorfer Straße, hat die ganze Umgebung schwer beeinträchtigt.

Döblinger Hauptstraße 40​ (19. Bezirk)

Der Fassadendekor des Gründerzeithauses war bis zum Abriss 2016 noch vollständig erhalten. Bei der Umwidmung im Jahr 2002 wurde nicht nur auf die Schutzzone vergessen, sondern auch eine zu hohe Bauklasse festgesetzt.

Die Initiative Denkmalschutz legte dar, wie Behörden und Politik die Unterschutzstellung des Gebäudes verabsäumt haben:

Das einstöckige Gründerzeitgebäude mit gut erhaltener strenghistoristischer Fassadengliederung (ca. 1860-80) war bereits 1996 Teil des Vorschlages der Magistratsabteilung 19 für eine großzügige Schutzzonenausweitung im Bezirk Döbling (…) Doch trotz dieses MA19-Vorschlags fand diese Schutzzonenerweiterung beim Beschluss des jetzt gültigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes (…) keine Berücksichtigung (Gemeinderatsbeschluss 25. Oktober 2002) (…)

In konkretem Fall ist auch der Bezirk Döbling für den Abriss mitverantwortlich. Dieser hätte vor 14 Jahren entscheidenden Einfluss nehmen und im Rahmen seines Stellungnahmerechts zum Entwurf des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes den Wunsch nach einer Schutzzonenwidmung für dieses unzweifelhaft schützenswerte Grätzel äußern können, doch dies ist (…) nicht erfolgt (…)

Der Altbau war eines der am besten erhaltenen Häuser auf diesem Abschnitt der Döblinger Hauptstraße. Das Nachbarhaus ist zwar erhalten, heute aber massiv aufgestockt (Foto unten). Wie der Abriss ist auch diese Aufstockung auf die zu hohe Bauklasse zurückzuführen. Das Architekturbüro, das den Neubau geplant hat, schreibt:

Nach dem Abbruch des einstöckigen Gründerzeitgebäudes wurde ein Wohnhaus mit 17 Wohneinheiten errichtet. In den Untergeschoßen befinden sich eine Tiefgarage mit 12 Stellplätzen und Fahrradstellplätzen (…)

Durch die weiß-hellgraue Fassadengestaltung fügt sich das Gebäude in die Gründerzeitlich dominierte Umgebung ein.

Weinzingergasse 5​ (19. Bezirk)

Der Abriss dieses Jahrhundertwendehauses ist ein besonders sprechendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Politik und Magistrate keine ausreichend großen Schutzzonen einrichten. Details hier.

Greiseneckergasse 17-23​ (20. Bezirk)

Die vier zusammengehörenden Gebäude – alle äußerlich erhalten und alle erbaut 1869 – wurden aufgestockt. Immerhin kam es nicht zu einem Abriss wie bei zwei direkt angrenzenden Häusern (siehe Eintrag unten). Geplant wurde der Umbau von der OBENAUF Generalunternehmung GmbH (gleichzeitig der Bauherr). Die Firma, die sich auf Dachausbauten spezialisiert hat, reichte das Projekt für den Stadterneuerungspreis 2020/2021 der Wirtschaftskammer ein.

Raffaelgasse 10​ (20. Bezirk)

In der Nähe der Wallensteinstraße gab es ein Ensemble aus sechs baugleichen Häusern aus dem 19. Jahrhundert, alle mit vollständigem Fassadenschmuck. Zwei dieser Häuser traf 2017 der Abriss. Weitere Infos hier.

Weisselgasse 5​ (21. Bezirk)

Das Tröpferlbad in Floridsdorf war bis 2004 in Betrieb. 2016 erfolgte der Neubau einer Wohnhausanlage. Dabei wurde ein kleiner Teil der alten Fassade in den Neubau integriert.

Jedleseerstraße 75​ (21. Bezirk)

Das ehemalige Hotel Karolinenhof, ein alter Familienbetrieb, musste aus wirtschaftlichen Gründen 2011 schließen. Das Gebäude wurde verkauft und einige Jahre später abgerissen.

Schwaigergasse 29 und 33​ (21. Bezirk)

Zwei Gründerzeithäuser im Floridsdorfer Bezirkszentrum wurden abgerissen und durch eine Wohnhausanlage ersetzt. Das neue Gebäude nimmt keine Rücksicht auf die Nachbarhäuser und ragt weit in die schmale Gasse hinein. Schutzzone galt keine.

Donaufelder Straße 217​ (22. Bezirk)

Das um die Jahrhundertwende erbaute Haus wurde 2014 samt seiner Nachbarhäuser abgerissen. Mehr Infos im Artikel hier.

Donaufelder Straße 241​ (22. Bezirk)

Der Abriss des Hopf-Hauses hat 2014 zu Protesten in der Bevölkerung geführt.

Zum Neubau („exklusives Wohnen in der Donaustadt“) ist auf der Webseite einer Immobilienfirma u.a. Folgendes zu lesen:

Unterschiedliche Appartementgrößen mit hohem Wertsteigerungspotenzial bieten direkten Zugang zu Loggia, Balkon, Terrasse oder Dachterrasse und ermöglichen die freie Entfaltung individueller Wohnbedürfnisse (…)

Optimale Verkehrsanbindung, luftig-helle Fassadengestaltung, private Freibereiche und qualitativ hochwertige Wohnungen (…) Zwei über Stiegen und Foyers verbundene Bauteile bilden das architektonische Herz dieses neuen Projektes im Zentrum von Kagran (…)

Moissigasse 11 (22. Bezirk)

Das 1891 erbaute Haus im Zentrum Kaisermühlens wurde 2017 abgerissen. Besonders interessant ist der feine Dekor um die Fenster, der noch komplett erhalten war. Abriss und Neubau wurden von jenem Bauträger betrieben, der direkt oder über andere Unternehmen für den Abbruch mehrerer historischer bekannt geworden ist (u. a. Radetzkystraße 24-26).

Schiffmühlenstraße 55​ (22. Bezirk)

Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Gründerzeithaus in Kaisermühlen wurde 2014 abgerissen.

Schüttaustraße 48 (22. Bezirk)

Der Abriss des Gründerzeithauses erfolgte 2002. Der Nachfolgebau ähnelt einem Gebäude aus den 1960ern – wenngleich seinerzeit häufig schönere Fensterformen zur Anwendung kamen.

Schüttaustraße 56​ (22. Bezirk)

Das Gründerzeithaus war vielleicht eines der schönsten Gebäude Kaisermühlens. Noch bis zum Abriss 2014 war die Fassade im originalen Zustand des 19. Jahrhunderts. Am Neubau war auch ein ÖSV-Skifahrer beteiligt. Weitere Infos hier.

Wagramer Straße 110​ (22. Bezirk)

Das dreigeschoßige Gründerzeithaus wurde 2016 abgerissen. Siehe auch den Artikel hier.

Wagramer Straße 114​ (22. Bezirk)

Wegen fehlender Schutzzone und zu hoher Bauklasse war ein Abriss des Gründerzeithauses (errichtet 1899) nur eine Frage der Zeit. Wie so oft gilt auch hier: Der Neubau an sich ist nicht unbedingt das Problem, sondern dass dafür ein durchaus attraktives Gründerzeithaus abgebrochen wurde.

Wagramer Straße 116​ (22. Bezirk)

Das kurz vor 1900 erbaute Gründerzeithaus trug noch bis zuletzt den Großteil seines Dekors. Es wurde abgerissen und durch ein hohes Wohnhaus ersetzt.

Wagramer Straße 123​ (22. Bezirk)

Das 1885 errichtete Gründerzeithaus wurde um 2013 abgerissen und durch eine große Wohnhausanlage ersetzt. Im damaligen Bebauungsplan galten eine sehr hohe Bauklasse und keine Schutzzone. Beides hat den Abriss wirtschaftlich interessant gemacht.

Der Bauträger sagt über den Neubau:

Ein Wohnhaus, das moderner und intelligenter nicht sein kann (…)

[S]ämtliche Wohnhäuser [werden] nach hohem Qualitätsstandard ausgeführt. Ökologische Verantwortung und ökonomische Nachhaltigkeit sind dabei zentrale Faktoren bei Bau unserer Häuser. Das bedeutet: Geborgenheit, Wohlfühlen und das gute Gefühl, mit der Natur gebaut zu haben. 

Ein erfahrenes Spezialistenteam, bestehend aus Architekten und Ingenieuren plant und baut unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Wünsche. Das Ergebnis: Ein Haus, genau so, wie Sie es sich vorgestellt haben (…)

Weitere Beispiele von Abrissen (ab 1990) sind auf der Abrisskarte eingezeichnet. Ein Überblick über „bestürzende Neubauten“ findet sich hier.

Wissen Sie mehr zu einem der hier behandelten Hausabrisse bzw. Neubauten? Haben sie bessere Fotos oder genauere Daten? Bitte schreiben Sie mir via georg.scherer@wienschauen.at oder über das Formular!

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+43 1 4000 81261
 
Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaál untersteht die Geschäftsgruppe Wohnen. Zu dieser gehören u. a. die Baupolizei (kontrolliert die Einhaltung der Bauvorschriften u. dgl.), Wiener Wohnen (Gemeindewohnungen) und der Wohnfonds (Fonds für Neubau und Sanierung).
+43 1 4000 81341
 
Der amtsführendenden Stadträtin untersteht die Geschäftsgruppe Innovation, Stadtplanung und Mobilität. Diese ist u. a. zuständig für die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne (Innen-Südwest, Nordost), Stadtentwicklung und Stadtplanung und Architektur und Stadtgestaltung (einschließlich der Festsetzung von Schutzzonen gegen Hausabrisse).

Die Reihung der Parteien orientiert sich an der Anzahl der Mandate im Jahr 2025.

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