WienSchauen ist die Webseite von Georg SchererIch schreibe hier seit 2018 über das alte und neue Wien, über Architektur, Ästhetik und den öffentlichen Raum.

Georg Scherer, der Administrator von WienSchauen.at

WienSchauen soll möglichst umfassende, unabhängige und detaillierte Recherchen bieten. Doch die Webseite hat auch einen aktivistischen Impetus, der sich mit folgendem Motto zusammenfassen lässt:

Schönes erhalten, Neues gut gestalten, Fehler beheben.

Was ich damit konkret meine: (1) Historische Gebäude sollten erhalten werden. (2) Bei der Architektur von Neubauten muss auf eine hochwertige Gestaltung geachtet werden. (3) Der öffentliche Raum muss lebenswert gestaltet und an die Erfordernisse des Klimawandels angepasst sein – und nicht bloß auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehr Rücksicht nehmen.

Das sind auch die drei zentralen Themen dieser Webseite:

(1) Die Altstadterhaltung und ihre Tücken

Wien ist eine historische Stadt. An allen Ecken und Enden stehen herausragende alte Gebäude. Die Architektur hat in unserer Stadt Spitzenleistungen hervorgebracht. Von Barock bis Historismus, von Jugendstil bis zur Moderne der ersten Republik: Das baukulturelle Erbe ist immens – aber keineswegs selbstverständlich.

So viele Häuser wurden schon abgerissen und durch unattraktive Neubauten ersetzt. So oft stehen Neubauten in keinem Verhältnis zu den zuvor abgebrochenen Altbauten. Durch „Spekulation“ werden Häuser und die darin wohnenden Menschen gefährdet. Und bei Abrissen und Neubauten werden erhebliche Ressourcen verbraucht. Die Beiträge auf WienSchauen sollen diese Aspekte beleuchten.

(2) Architektur von Neubauten

Wien ist eine wachsende Stadt. Seit den 1990ern wächst Wien von Jahr zu Jahr und nähert sich der Marke von zwei Millionen Einwohnern. Damit einher geht eine massive Bautätigkeit. Doch anders als in den letzten Boomjahren – also im späten 19. Jahrhundert – sind viele neue Häuser heute schlicht, farblos und manchmal geradezu banal. Und erst einmal gebaut, stehen Häuser für viele Jahrzehnte, vielleicht sogar Jahrhunderte.

Bei vielen Neubauten nehmen Bauherren und Architekten wenig Rücksicht auf die Umgebung (siehe hier). Es fehlen Richtlinien im Wiener Baurecht, um hochwertige Gestaltung von Neubauten sicherzustellen. Einen unabhängigen Gestaltungsbeirat, der alle Neubau-Entwürfe prüft und auch Änderungen einfordern kann, gibt es nicht.

(3) Verkehr und öffentlicher Raum

Wien ist eine graue Stadt. Der öffentliche Raum ist vielfach geprägt von Asphalt, fehlenden Grünflächen und Drähten in der Luft. Historische Straßenlaternen gibt es fast überhaupt keine mehr. Und auch auf prominenten Plätzen sind überall Asphalt und Parkplätze.

Wien ist auch eine Verkehrsstadt. In den 1930ern wurde damit begonnen, Wien für den motorisierten Individualverkehr umzubauen. Das hält bis heute an. So ist der öffentliche Raum dem Autoverkehr meist komplett untergeordnet. Parkplätze, breite Straßen und Asphalt sind die unhinterfragte Normalität. Ganze Straßenzüge sind durch Lärm und Abgase schwer beeinträchtigt. Das betrifft auch viele historisch bedeutende Straßen (Zweierlinie, Gürtel, Ringstraße).

Damit auch die dicht bevölkerte Stadt lebenswert wird, braucht es mehr Grünflächen, mehr Verkehrsberuhigung und einen schönen öffentlichen Raum. Der Klimawandel macht Begrünung und Entsiegelung zu einer absoluten Notwendigkeit.

Veränderung kann nur gemeinsam gelingen. Wenn Sie mein Anliegen unterstützen möchten, können Sie die am Ende jedes Artikels aufgelisteten Kontakte nutzen. Politiker und Magistrate müssen sehen, dass wir auf unsere Stadt achtgeben. Gemeinsam müssen wir auf Wien schauen.

Sie können mich via E-Mail erreichen. Ich freue mich auch sehr über Fotos abgerissener oder gefährdeter Häuser, über Infos und Neuigkeiten zum Thema Stadtplanung, und über Tipps, wo in der Stadt gerade etwas im Argen liegt.

Das Schwarz-Weiß-Foto auf dieser Seite hat Nina Kreuzinger gemacht.