Seit 2018 berichtet WienSchauen über Abrisse und gefährdete Gebäude. Um nicht nur zu dokumentieren, sondern auch aktiv einzugreifen, ist es wichtig, Probleme an die dafür zuständigen Behörden und Politiker zu melden und auf nötige Reformen hinzuweisen. Dafür braucht es Ihre Unterstützung!

Jede/r kann sich für die Wiener Altbauten einsetzen. Hier ist eine Anleitung:

Gefährdete Gebäude melden!

Kennen Sie ein erhaltenswertes Gebäude, das in schlechtem Zustand ist? Oder das gänzlich leer steht? Oder bei dem ein Abriss befürchtet wird? Sind bei einem Haus Fenster tagelang offen, gibt es Schäden am Dach? Machen Sie Behörden und Politik unbedingt darauf aufmerksam!

Wenden Sie sich an diese Stellen. Beschreiben Sie kurz das Problem und schicken Sie evtl. ein Foto mit:

  1. Die Baupolizei (politisch zuständig ist das Wohnbauressort) kann Gebäude prüfen und Reparaturen notfalls erzwingen: post@ma37.wien.gv.at
  2. Melden Sie das Gebäude der zuständigen Bauinspektion (eine Abteilung der Baupolizei): Süd (Bezirke 3-7, 10, 11, 23), Ost (Bezirke 1, 2, 8, 9, 20, 21, 22), West (Bezirke 12-19)
  3. Bezirksvorstehung
  4. Kontaktieren Sie eine oder mehrere Parteien im Bezirk.

Kontaktadressen zu den Bezirksvorstehungen und Bezirksparteien finden Sie hier: 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 17., 18., 19., 20., 21., 22., 23. Bezirk. Auch WienSchauen freut sich über Hinweise (E-Mail-Adresse hier).

Mehr Ortsbild-Schutzzonen!

Innerhalb von Schutzzonen sind Häuser besser vor Abbrüchen geschützt. Auch Häuser aus der Zwischen- und Nachkriegszeit können für Schutzzonen infrage kommen. Schutzzonen sind die hellroten Flächen im Stadtplan. Sie werden von den Behörden (MA 19, MA 21) ausgearbeitet und vom Gemeinderat beschlossen.

Damit neue Schutzzonen eingerichtet werden, braucht es zuvor eine politische Initiative. Diese Initiative kann von den Bezirksparlamenten kommen. Das heißt: Die Parteien im Bezirk müssen mehrheitlich beschließen, dass das Rathaus neue Schutzzonen prüfen und festlegen soll.

Als Bewohner/in können Sie aktiv dazu beitragen:

  1. Suchen Sie einige Häuser, eine Straße oder ein größeres Gebiet, wo es keine Schutzzone gibt. (Schutzzonen sind die hellroten Flächen im Stadtplan.)
  2. Schreiben Sie die Straßen bzw. Adressen an eine oder mehrere Parteien im Bezirk (Kontaktadressen: 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 9., 10., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 17., 18., 19., 20., 21., 22., 23. Bezirk).
  3. Bitte Sie die Bezirksräte um einen Antrag für eine Schutzzone.
Der Antrag bzw. der darauf folgende Beschluss sollte folgende Punkte enthalten:
  • Die Bitte, zu prüfen, ob sich das Gebiet für eine Schutzzone eignet. Wenn ja, sollte das Planungsressort eine Umwidmung einleiten.
  • Bei allen schutzwürdigen Häusern sollte auch die Bauklasse (= erlaubte Bauhöhe) angepasst werden – also nicht zu hoch.
  • Für alle schutzwürdige Häuser sollten die genaue Bauhöhe und die Anzahl der Geschoße in den Bebauungsplan aufgenommen werden.

Haben die Parteien im Bezirk einen solchen Beschluss gefasst, ist das Planungsressort am Zug. Bis es tatsächlich zu einer Umwidmung samt Schutzzone kommt, vergehen aber oft Jahre.

WienSchauen.at ist eine unabhängige und nicht-kommerzielle Webseite, die von Georg Scherer betrieben wird. Ich schreibe hier seit 2018 über das alte und neue Wien, über Architektur, Ästhetik und den öffentlichen Raum. Sie können mich hier erreichen. WienSchauen hat auch einen Newsletter:

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