Schüttaustraße 56: Gründerzeithaus in Kaisermühlen abgerissen​

Das 1879 erbaute Gründerzeithaus in der Schüttaustraße 56 war vielleicht eines der schönsten Gebäude Kaisermühlens. Noch bis zum Abriss 2014 war die Fassade im originalen Zustand des 19. Jahrhunderts. Trotzdem wurde keine Schutzzone eingerichtet. Auch die Bauklasse stimmte mit dem Altbau nicht überein. Beides förderte wohl den Abriss.

Jetzt befindet sich an dieser Stelle ein Wohnblock mit Vorsorgewohnungen – ein Investment, an dem sich auch ein bekannter ehemaliger ÖSV-Skifahrer beteiligte. In den Projektunterlagen ist zu lesen:

Immer wieder wurden mir seit meiner aktiven Karriere als Profiskiläufer verschiedenste Geschäftsmodelle und Investitionsmöglichkeiten angeboten. Da war mir schon früh klar, dass ich ganz genau hinsehen und überlegen muss, mit wem ich Geschäfte mache und wem ich mein Geld anvertraue (…) Ich kannte mich mit Immobilien schon ein wenig aus und war ständig auf der Suche nach passenden Investitionsmöglichkeiten für mich. So kam es auch dazu, dass ich meine erste Anlegerwohnung (…) erwarb und mich immer mehr mit der Firma zu beschäftigen begann. Dieses mittlerweile freundschaftliche Verhältnis führte uns dazu das gemeinsame Projekt Schüttaustraße (…) Ein Projekt vom dem ich zu 100 Prozent überzeugt bin und wo ich mit Stolz sagen kann, dass ich von dem Entwurf der Pläne bis hin zu Gestaltung des Verkaufsfolders in allen Etappen des Projekts involviert war (…)

Vonseiten der planenden Architekten heißt es zum Neubau:

In einer Baulücke im aufstrebenden Grätzel von Kaisermühlen entsteht ein Wohnhaus mit 33 Klein-Wohnungen (…) Die Grundrisse sind kompakt, optimiert und effizient geplant. Die straßenseitigen Balkone werden durch die Bauordnungsnovelle möglich gemacht (…)

Eine Immobilienfirma wirbt u. a. so:

Genießen Sie den Mix aus Urlaubsgefühl im Freizeitparadies direkt an der Alten Donau und der Atomsphäre im Herzen einer Weltstadt. Als größter Wiener Gemeindebezirk bietet Donaustadt ein riesiges Potenzial für Anleger. Einerseits durch seine angrenzende Lage an der Donau und andererseits durch seine Nähe zum Erholungsgebiet Lobau. Der Bezirk ist insgesamt eine grüne Oase für die Wiener Bevölkerung und zudem ein moderner Standort unweit der Innenstadt Wiens.

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Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaál untersteht die Geschäftsgruppe Wohnen. Zu dieser gehören u. a. die Baupolizei (kontrolliert die Einhaltung der Bauvorschriften u. dgl.), Wiener Wohnen (Gemeindewohnungen) und der Wohnfonds (Fonds für Neubau und Sanierung).
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Der amtsführendenden Stadträtin untersteht die Geschäftsgruppe Innovation, Stadtplanung und Mobilität. Diese ist u. a. zuständig für die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne (Innen-Südwest, Nordost), Stadtentwicklung und Stadtplanung und Architektur und Stadtgestaltung (einschließlich der Festsetzung von Schutzzonen gegen Hausabrisse).

(Die Reihung der Parteien orientiert sich an der Anzahl der Mandate im November 2020.)

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