Linke Wienzeile 212​: Abriss & Neubau

Wann wurde das Gebäude Linke Wienzeile 212 erbaut und wer war der Architekt? Auf den ersten Blick ist die graue und mehrheitlich glatte Fassade des Altbaus nicht besonders beeindruckend. Doch bei näherem Hinsehen zeigen sich die Besonderheiten des Gebäudes: Große Fenster, die an den späten Jugendstil erinnern, und die Balkone mit einer Wellenform, die bei Gemeindebauten der 1920er und 1930er populär war.

Eine Schutzzone war bei der Umwidmung im Jahr 2013 nicht eingerichtet worden. So konnte der Altbau kurz vor Inkrafttreten der Bauordnungsnovelle (Juni 2018) teilweise und bald darauf vollständig abgebrochen werden. Heute steht hier ein Wohnblock.

Am Abriss und Neubau hatte auch die Katholische Kirche einen Anteil. Von der Webseite der Diözese Eisenstadt:

Die Diözese Eisenstadt ermöglicht bedürftigen Wiener Wochenpendlern aus dem Burgenland Mietwohnungen zu sozialen Bedingungen: 25 neue kleine Wohnungen werden dort in der Wienzeile errichtet, wo bisher das Arbeiterwohnheim der Diözese Eisenstadt stand (…) Der Wirtschaftsrat der Diözese Eisenstadt hat sich für eine „Neubebauung und Neuorganisation der gesamten Liegenschaft als zukunftsfähiges Modell“ ausgesprochen (…)

Das alte, aus zwei Gebäuden bestehende Arbeiterwohnheim ist seit dem Jahr 1968 im Besitz der Diözese Eisenstadt. Die Liegenschaft erstreckt sich von der Wienzeile bis zur Diefenbachgasse.

Im Vorjahr [2016] wandte sich der neue Eigentümer der Nachbarliegenschaft mit einem Kaufangebot an die Diözese Eisenstadt, die daraufhin den Beschluss fasste, aus dem Verkaufserlös des alten Arbeiterwohnheims 25 kleine Wohnungen am Neubau an selbiger Stelle zu erwerben (…)

Der Bauherr des Neubaus:

In der Diefenbachgasse 7-9 (ident Linke Wienzeile 210-212) errichtet [das Unternehmen] einen hochwertigen Neubau. Es werden neben Mikro-Lofts mit ca. 18 m² bis ca. 23 m², auch Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen zwischen ca. 32 m² und ca. 104 m² geplant (…) 

Das Projekt (…) besticht durch seine funktionalen Grundrisse sowie seine äußerst verkehrsgünstige Lage direkt an der U4/U6-Stadtion Längenfeldgasse.

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Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaál untersteht die Geschäftsgruppe Wohnen. Zu dieser gehören u. a. die Baupolizei (kontrolliert die Einhaltung der Bauvorschriften u. dgl.), Wiener Wohnen (Gemeindewohnungen) und der Wohnfonds (Fonds für Neubau und Sanierung).
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Der amtsführendenden Stadträtin untersteht die Geschäftsgruppe Innovation, Stadtplanung und Mobilität. Diese ist u. a. zuständig für die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne (Innen-Südwest, Nordost), Stadtentwicklung und Stadtplanung und Architektur und Stadtgestaltung (einschließlich der Festsetzung von Schutzzonen gegen Hausabrisse).

(Die Reihung der Parteien orientiert sich an der Anzahl der Mandate im November 2020.)

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