Asphalt regiert am Ballhausplatz

Das Zentrum der österreichischen Politik ist eine riesige Asphaltfläche. Nach einem missglückten Umbau präsentiert sich der Ballhausplatz heute als graue, unattraktive Hitzeinsel inmitten der Inneren Stadt. Auch in der Umgebung – vom Burgtheater bis zum Heldenplatz – beherrschen Asphalt, Parkplätze und überbreite Straßen den öffentlichen Raum. Während die Aufregung um den geplanten Turm am Heumarkt seit Jahren groß ist, wird die traurige Gestaltung im Herzen des Wiener Weltkulturerbes überhaupt nicht wahrgenommen. – Über den Ballhausplatz, sein Umfeld und Chancen für die Zukunft.

zwei Personen stehen am Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt, Wien, Innere Stadt
Ballhausplatz und Bundeskanzleramt im Jahr 2020

Viel Asphalt in bester Lage

Wiener Kongress, Revolution 1848, Dollfuß-Attentat, „Anschluss“ an Hitler-Deutschland – am Ballhausplatz wurde Geschichte geschrieben. Mit Bundeskanzleramt, Hofburg, Staatsarchiv, Innenministerium und vielen weiteren Amtsgebäuden sind Ballhausplatz, Minoritenplatz und Heldenplatz zusammen mit dem nahen Parlament die unbestrittenen Zentren der österreichischen Politik (historische Infos und alte Fotos gibt es demnächst in einem eigenen Artikel auf WienSchauen.at).

Doch mit dieser herausragenden Bedeutung und der prominenten Lage im Herzen Wiens kann die Gestaltung der ganzen Gegend kaum mithalten: Eine riesige Asphaltdecke überzieht den gesamten Ballhausplatz, was nicht nur wenig attraktiv ist, sondern im Sommer auch zu starker Erhitzung führt. Obwohl unzählige öffentliche Verkehrsmittel und Parkgaragen in der Nähe sind, wird selbst hier alles den Bedürfnissen des motorisierten Individualverkehrs untergeordnet. Während am Ballhausplatz der Eindruck einer überdimensionierten Fahrbahn entsteht, reiht sich in den nahen Straßen ein Parkplatz an den anderen. Sogar weite Teile des Heldenplatzes werden zum Abstellen von PKW herangezogen.

Ob der bekannte Sachbuchautor Georg Markus Recht behält, wenn er den Ballhausplatz als einen der schönsten Plätze Wiens bezeichnet?

Vertane Chance zur Verbesserung

Während eine mögliche künftige Umgestaltung des Heldenplatzes in regelmäßigen Abständen durch Medien und Politik geistert, bleibt das Areal vor dem Bundeskanzleramt gestalterisch einzementiert. Dabei hätte es schon 2017 die Chance gegeben, den Ballhausplatz zu dem zu machen, was Stephansplatz, Graben und Minoritenplatz heute schon sind – nämlich für alle nutzbare, repräsentative Freiräume. In Vorbereitung auf die österreichische EU-Ratspräsidentschaft wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um Hofburg und Bundeskanzleramt verschärft, da in ganz Europa die Furcht vor Terroranschlägen mit LKW umging. Doch anstatt die Zufahrt für den regulären Verkehr großräumig zu beschränken und den Platz attraktiv und nachhaltig umzugestalten, sollte mitten auf dem Ballhausplatz eine Mauer errichtet werden.

Umbau des Ballhausplatzes, Installation von Pollern, neue Asphaltierung
2017: Ballhausplatz wird umgebaut (Foto: Karl Gruber, CC BY-SA 4.0)

Knapp an der Mauer vorbei

Der Mauerbau auf dem politisch bedeutendsten Platz der Republik erregte die Gemüter. So fragte der Rektor der Universität für angewandte Kunst, „warum die Weltkulturerbe-Kommission zum Plan [schweigt], den Wiener Ballhausplatz mit Mauern und Pollern zu bewehren“. Er forderte einen sofortigen Baustopp. Auch Sicherheitsexperte und Kriminalsoziologe Reinhard Kreissl kritisierte die Maßnahmen, da eine effektive Abwehr von Anschlägen auf diese Weise ohnehin nicht möglich sei.

Gar nicht erfreut war auch der damalige Innenminister, Wolfgang Sobotka (ÖVP), der „eine Kombination aus Verkehrsberuhigung und Pollern“ favorisiert hatte. Der Wunsch nach einer Mauer sei ihm zufolge vom Bundeskanzleramt – damals war Christian Kern (SPÖ) Kanzler – und der Stadt Wien gekommen.

Noch während der Bauzeit ging eine Anfrage an die Bezirksvorstehung des 1. Bezirks. Von dort war zu hören, dass das „Projekt unter Federführung des Bundesministeriums für Inneres geplant wurde und dass das BMI die Maßnahmen auch bezahlt.“ Auch die für das Stadtbild zuständige Magistratsabteilung habe die Umbauten abgesegnet. Für den Bezirk habe kein Handlungsspielraum bestanden, zudem habe Zeitdruck geherrscht.

Fiaker und Auto am Ballhausplatz, Wien
Resultat des Umbaus: Poller und grauer Asphalt (Foto: 2020)

Silbergraue Poller vor historischer Kulisse

Nach anhaltender Kritik wurden die Pläne geändert. Statt einer Mauer schmücken seither 42 silbergraue Poller den berühmten Platz. Planung, Umplanung, Baustopp und Errichtung verursachten Kosten von rund 800.000 Euro.

Von ihrer unkreativen Seite zeigten sich die Verantwortlichen bei der Stadt Wien, denn anstatt eine klimatisch und ästhetisch bessere Pflasterung (z.B. mit Natursteinen) zu verlegen, verschwand der Platz einmal mehr unter einer riesigen dunklen Asphaltdecke. An der Verkehrsorganisation wurde überhaupt nichts geändert, obwohl durchaus hinterfragt werden könnte, ob wirklich jeder mit seinem privaten Fahrzeug durch den wichtigen historischen Platz fahren dürfen muss.

Poller vor dem Wiener Bundeskanzleramt
Seit 2017 stehen Poller vor dem Bundeskanzleramt. (Foto: 2020)

Burgtheater bis Hofburg: Vernachlässigter öffentlicher Raum

Auf der Karte unten sind einige Beispiele dafür zu sehen, wie der öffentliche Raum im Umfeld des Ballhausplatzes genutzt wird und wie sehr Asphalt und Parkplätze dominieren – mitten in der sensibelsten Zone des Weltkulturerbes Innere Stadt. Ist es auf die Bezirksvorstehung im 1. Bezirk zurückzuführen, dass der öffentliche Raum einfach alles andere als attraktiv und zeitgemäß gestaltet ist?

Karte mit Infos zum öffentlichen Raum zwischen Burgtheater, Ballhausplatz und Hofburg/Heldenplatz
Zwischen Burgtheater und Heldenplatz dominieren Asphalt und Parkplätze. (Aufnahme © ViennaGIS)

Ballhausplatz im Billig-Look

Während bei den Neugestaltungen der Mariahilfer Straße, Otto-Bauer-Gasse und Lange Gasse auf helle Pflastersteine gesetzt wurde, entschieden sich die Verantwortlichen beim Ballhausplatz für dunklen Gussasphalt. Dabei hätte die hochwertige Gestaltung des nahen Minoritenplatzes einfach aufgegriffen und für den Ballhausplatz adaptiert werden können.

Warum Asphalt als Belag auf Wiener Gehsteigen und Plätze vorherrscht, ist einfach erklärt: Das Landesgesetzblatt sieht für den gesamten öffentlichen Raum Gussasphalt vor. Sollen andere Materialien – bspw. Naturstein oder helle Platten – zum Einsatz kommen, muss das eigens festgelegt werden. So ist es wohl auf die zuständigen (politischen?) Entscheidungsträger zurückzuführen, dass nicht rechtzeitig für eine ansprechende Gestaltung gesorgt worden ist.

Obwohl der Platz zwischen Hofburg, Burgtheater und Michaelerplatz auch für den Tourismus von großer Bedeutung ist, wird hier auf Fußgänger keine Rücksicht genommen. Einerseits gibt es fast überhaupt keine Bänke, andererseits sind Fußgänger der sommerlichen Hitze ungeschützt ausgesetzt. Der österreichische Klimafonds:

Hotspots des Klimawandels und der immer höheren Temperaturen sind die Städte, wo Asphalt, Dachflächen und Beton die Hitze des Tages speichern und sie nachts – wie Heizungen – wieder abgeben und dadurch die Erwärmung durch den Klimawandel noch verstärkt wird.

Direkt gegenüber dem Bundeskanzleramt steht seit 2014 das Deserteursdenkmal, das an die tausenden Widerstandskämpfer, Wehrmachtsdeserteure und Gegner des NS-Regimes erinnert, von denen viele verfolgt, vor Militärgerichte gestellt und ermordet wurden. Dass die Stadt Wien bei der Errichtung des Denkmals auch noch jede Menge dunklen Asphalt rundherum verlegt hat, macht den Ort zu einem sommerlichen Hitzepol und kaum zu einem andachtsvollen öffentlichen Raum.

Parkplatz Löwelstraße

Die Innere Stadt ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln so gut erreichbar wie kaum ein anderer Bezirk Wiens. Vier U-Bahnlinien, zwölf Straßenbahnlinien und neun Buslinien bedienen die Viertel in und um die Ringstraße. Darüber hinaus ist die Dichte an Parkgaragen im Stadtzentrum enorm hoch. Alleine in der fußläufigen Umgebung des Ballhausplatzes stehen über 5600 unterirdische Stellplätze in öffentlichen Garagen zur Verfügung (jene in Privat- und Amtsgebäuden noch gar nicht eingerechnet). Und trotzdem fungiert der öffentliche Raum immer noch in erster Linie als Abstellfläche für PKW.

Selbst in der zwischen Ballhausplatz und Burgtheater gelegenen Löwelstraße liegt ein Parkplatz neben dem anderen. Während vereinzelte Parkplätze, etwa für Botschaftspersonal, und Halteflächen für den Lieferverkehr bestimmt unumgänglich sind, ist die schiere Menge an Stellplätzen in dieser zentralen und historisch bedeutenden Straße mehr als verwunderlich.

Verkehrsinsel Burgtheater

Weiter durch die Löwelstraße Richtung Burgtheater: Der Platz um das größte Sprechtheater des deutschsprachigen Raums gleicht einem überdimensionierten Kreisverkehr samt Parkplätzen und sogar einer Tankstelle. Wieder ist unschöner Asphaltbelag allgegenwärtig – direkt an der Ringstraße und gegenüber dem Rathaus. Vor dem berühmten Café Landtmann befindet sich überhaupt seit Jahrzehnten ein großer Parkplatz.

Schräger Heldenparkplatz

Ähnlich ist die Lage am nahen Heldenplatz: Auf der mehrfach geflickten Asphaltfläche zwischen Ballhausplatz, Volksgarten und Ringstraße stehen Autos. Zwar werden vorübergehend gewiss einige Parkplätze für die temporären Ausweichquartiere des Parlaments benötigt, doch bestanden diese Parkspuren auch schon lange davor, wie auf einem Foto aus den 1990ern zu sehen ist. Das Restaurant Volksgarten hat sogar eigene Gästeparkplätze – mitten am einstigen Kaiserforum. Dabei ist die öffentliche Anbindung exzellent, denn nur wenige Meter entfernt befinden sich die U-Bahn-Station Volkstheater und die Haltestellen mehrerer Straßenbahnlinien.

Rissiger Asphalt auf dem wohl bedeutendsten Platz Österreichs: Fast genau an jener Stelle, auf dem in der Spätzeit der Monarchie der zweite Flügel der neuen Hofburg gebaut hätte werden sollen, parken heute die Autos. Trotz der einzigartigen Lage zwischen Naturhistorischem Museum, Hofburg und Volkgarten wirkt der öffentliche Raum stark vernachlässigt. Ob sich daran etwas ändert, wenn die Pavillons des Parlaments den Heldenplatz 2021 wieder verlassen?

Belagerte Hofburg

Der Blick auf die Hofburg am Michaelerplatz ist wohl eine der schönsten Ansichten auf die ehemalige Kaiserresidenz. Doch es wäre nicht Wien, würde nicht auch hier alles dem motorisierten Individualverkehr untergeordnet. Der Michaelerplatz ist selbst nicht viel mehr als ein riesiger Kreisverkehr. Platz zum Abstellen privater Fahrzeuge gibt es ebenfalls, beispielsweise in der Schauflergasse, die entlang der Hofburg zwischen Ballhaus- und Michaelerplatz verläuft.

Die jahrhundertealte Architektur eines der größten Gebäudekomplexe der Welt (240.000 m²) trifft auf grauen Asphalt, unattraktive Hängeleuchten und parkende Fahrzeuge. Wäre hier nicht ein idealer Raum für eine Begegnungs- oder Fußgängerzone?

Schauflergasse Richtung Michaelerplatz, Hofburg, Wien
Schauflergasse in Richtung Michaelerplatz: Parkplätze an der Hofburg (Foto: 2020)

Chance auf Umgestaltung lebt!

Die Wiener Stadtplanung hat es wahrlich nicht gut gemeint mit dem Ballhausplatz und seiner Umgebung. Es hat wohl seit jeher eine zündende Idee gefehlt, um den Platz zu dem zu machen, was Stephansplatz, Graben und Minoritenplatz schon heute sind: Orte, die zum Verweilen einladen, die Menschen gerne besuchen und die repräsentativ für die Stadt sind.

Ballhausplatz am Tag vor der Angelobung der ÖVP-Grünen-Regierung, 6.1.2020
Ballhausplatz: breite Straße, viel Asphalt, silbergraue Poller (Foto: 2020)

Die nächste Möglichkeit, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und dem politischen Mittelpunkt des Landes ein angemessenes Gesicht zu verleihen, eröffnet sich ab 2021. Dann wird das Parlament nach der Generalsanierung wieder bezogen werden, womit auch die Pavillons auf dem nahen Heldenplatz ihre Funktion verlieren und abgebaut werden. Nachdem ohnehin seit Jahren über eine Umgestaltung des Heldenplatzes debattiert wird, ist es an der an der Zeit, auch den Ballhausplatz in die Planungen mit hineinzunehmen.

Hier drei Verschläge, wie der Ballhausplatz und seine Umgebung aufgewertet werden könnten: 

(I) Pflasterung statt Asphalt

Die Wiener Magistrate und Politiker setzen auf Asphalt. Seit Jahrzehnten verschwinden Gehsteige und Plätze in ganz Wien unter diesem allgegenwärtigen Baustoff. Neben dem Hitzeproblem und der wenig ansprechenden Optik kommt noch der Nachteil dazu, dass bei Umbauten die Ausbesserungen immer sichtbar sind. Mit der Zeit entsteht ein unschöner Fleckerlteppich, sodass irgendwann die ganze Asphaltfläche gänzlich aufgebrochen und ersetzt werden muss.

Einigermaßen verwunderlich ist es, dass Magistrate und politische Entscheidungsträger seit langem über die Nachteile von dunklem Asphaltbelag Bescheid wissen. Beispielsweise ist in einem offiziellen Strategiepapier von 2015 Folgendes zu lesen:

Dunkle Oberflächen und Bodenbeläge führen an heißen Tagen zu einer starken Wärmeabsorption in öffentlichen Freiräumen und auf Verkehrsflächen. Die gespeicherte Hitze wird in den Nachtstunden abgegeben und verhindert so eine Abkühlung vor allem in dicht bebauten Gebieten. Der Einsatz von hellen und reflektierenden Oberflächenmaterialen (…) ist zu fördern. Besonders der in Wien häufig anzutreffende Gussasphalt führt zu einer ungünstigen lokalen (…) Überhitzung und sollte (…) vermieden werden.

Warum gerade bei bedeutenden Plätzen die eigenen Erkenntnisse einfach über Bord geworfen werden, bleibt ein Rätsel. Doch es gibt Alternativen zum Asphalt: Viele europäische Städte setzen auf helle Betonplatten oder Naturstein. Durch verfugtes Pflaster lässt sich ein ästhetisch hochwertiger Bodenbelag ohne störende Rillen herstellen, wie die Beispiele unten zeigen. Bei künftigen Umgestaltungen von Heldenplatz und Ballhausplatz könnte eine schöne helle Pflasterung zur Anwendung kommen.

(II) Freiraum statt Autoverkehr auf historischen Plätzen

Menschen gewöhnen sich schnell an den Status quo, ob es nun um Verkehrslärm oder Verkehrsberuhigung, Parkplätze für PKW oder Freiräume für alle geht. Nicht anders ist es zu erklären, dass der Umbau der Kärntner Straße zur Fußgängerzone einst heftig bekämpft wurde, nun aber gerade als Paradebeispiel für eine Fußgängerzone gilt. Auch der Maria-Theresien-Platz zwischen Natur- und Kunsthistorischem Museum war noch in den 1960ern ein riesiger Parkplatz – heute kaum vorstellbar. Dasselbe beim Stephansplatz. Die Beispiele unten zeigen, wie die schönsten verkehrsberuhigten Plätze des 1. Bezirk noch vor wenigen Jahrzehnten fest in der Hand des motorisierten Individualverkehrs waren.

Insofern wirken die vielen Parkplätze in der Umgebung des Ballhausplatzes schon wieder richtig anachronistisch, wie etwa auch am Hohen Markt. Und auch die riesige Fahrbahn zwischen Volksgarten und Hofburg selbst scheint wie aus der Zeit gefallen. Warum soll, was in den 1970ern am Stephansplatz gelungen ist, nicht auch anderswo möglich sein? Vielleicht könnten dann auch endlich die Parkplätze vor der OSZE bei der Neuen Hofburg verschwinden, beispielsweise durch den Bau einer Garage.

(III) Zufahrt beschränken?

Der Ballhausplatz ist und bleibt ein Zentrum der österreichischen Politik. Damit einher geht auch ein gewisser PKW- und Lieferverkehr, der auch weiterhin gesichert bleiben muss. Um nun einerseits ausreichend Freiräume für alle Menschen zu schaffen, andererseits die Zufahrt zu erhalten, wird es eine neue Verkehrsregelung für das Regierungsviertel und letztlich den gesamten 1. Bezirk brauchen. Entsprechende Verhandlungen zwischen den Parteien, Magistratsabteilungen und Experten laufen bereits seit 2018. Ein Ergebnis ist noch nicht bekannt.

Die wichtigste Frage ist wohl: Muss jeder mit seinem eigenen Fahrzeug in das kleine historische Zentrum einer Millionenstadt hineinfahren dürfen? Könnte die Zufahrt in den 1. Bezirk nicht zum Teil beschränkt werden, sodass nur Anrainer, dort ansässige Unternehmen und Lieferanten in die schmalen Gassen innerhalb des Rings fahren können? Vergleichbare Regelungen sind in vielen Städten Italiens bereits Realität (zona traffico limitato).

Löwelstraße, Ballhausplatz Nr. 2, Hofburg, Wien
Ballhausplatz, Löwelstraße (Foto: 2020)

Gerade der Ballhausplatz mit seinen prunkvollen Gebäuden und seiner reichen Geschichte hätte sich eine Umgestaltung mehr als verdient. Ob und wann damit zu rechnen ist, bleibt indes völlig offen. In der Zwischenzeit kann nur immer wieder die Forderung an die Politik ergehen, sich endlich für einen hochwertigen öffentlichen Raum einzusetzen.

Kontakte zu Stadt & Politik

www.wien.gv.at
post@bv01.wien.gv.at
+43 1 4000 01111

Die Bezirksvorstehungen sind die politischen Vertretungen der einzelnen Bezirke. Die Partei mit den meisten Stimmen im Bezirk stellt den Bezirksvorsteher, dessen Aufgaben u.a. das Pflichtschulwesen, die Ortsverschönerung und die Straßen umfassen.

Die Bezirksvertretungen sind die Parlamente der Bezirke. Die Parteien in den Bezirksvertretungen werden von der Bezirksbevölkerung gewählt, meist gleichzeitig mit dem Gemeinderat. Jede Partei in einem Bezirk kann Anträge und Anfragen stellen. Findet ein Antrag eine Mehrheit, geht er als Wunsch des Bezirks an die zuständigen Stadträte im Rathaus. (Die Reihung der Parteien orientiert sich an der Anzahl der Sitze in der Bezirksvertretung im Dezember 2020.)
+43 1 4000 81261
 
Vizebürgermeisterin und Stadträtin Kathrin Gaál untersteht die Geschäftsgruppe Wohnen. Zu dieser gehören u. a. die Baupolizei (kontrolliert die Einhaltung der Bauvorschriften u. dgl.), Wiener Wohnen (Gemeindewohnungen) und der Wohnfonds (Fonds für Neubau und Sanierung).

(Die Reihung der Parteien orientiert sich an der Anzahl der Mandate im November 2020.)

Quellen

  • Die Aussage von Georg Markus zum Ballhausplatz findet sich in einem Artikel im Kurier (10.9.2017).
  • Zum Zitat bzgl. Asphalt und Klimawandel und weiteren Infos siehe klimafonds.gv.at.
  • Zur Kritik am Bau der Mauer bzw. Poller am Ballhausplatz durch Rektor Gerald Bast und Experte Reinhard Kreissl siehe den Beitrag des ORF vom 6.9.2017.
  • Wolfgang Sobotkas Kommentar zum Mauerbau am Ballhausplatz ist einem Beitrag des Kurier vom 8.9.2017 entnommen.
  • Der Betrag von 800.000 Euro für Planung, Umplanung und Errichtung der Poller ist im Kurier vom 15.2.2019 angegeben.
    Folgende öffentliche Verkehrsmittel fahren durch den 1. Bezirk bzw. haben hier ihre Endstation: U1, U2, U3, U6; 1, 2, 31, 37, 38, 40, 41, 42, 43, 44, 71, D; 1A, 2A, 3A, 4A, 40A, 48A, 57A, 59A, 74A.
  • 5652 öffentliche Garagenplätze stehen in der Umgebung des Ballhausplatzes zur Verfügung: 570 in der Garage Rathauspark, 208 in der Parkgarage Schmerlingplatz, 961 in der Tiefgarage Museumsquartier, 72 in der Tiefgarage Lerchenfelder Straße, 230 in der Garage Robert-Stolz-Platz, 73 in der Parkgarage Opernringhof, 540 in der Tiefgarage Kärntnerstraße, 390 in der Kärntnerringgarage, 199 im Parkhaus City (Stephansplatz), 578 in der Garage am Hof, 693 in der Garage Freyung, 630 in der Votivpark-Garage, 420 in der Otto-Wagner-Platz-Garage, 88 in der Parkgarage Hilton Vienna Plaza (Stand: Jänner 2020).
  • Laut VCÖ benötigt ein Parkplatz zumindest 13,5 Quadratmeter Fläche.
  • Zum Denkmal siehe die offizielle Seite deserteursdenkmal.at.
  • Das Zitat zur Hitzeproblematik bei Asphaltbelägen stammt aus dem Strategieplan Urban Heat Islands (2015).
  • 2013 sprach sich die ÖVP für den Erhalt aller Fahrspuren des Franz-Josefs-Kais aus (Kurier vom 11.12.2013).
  • Zum Verkehrskonzept im 1. Bezirk siehe Der Standard (13.7.2018).
  • Zum Thema Zufahrtsbeschränkungen in italienischen Städten siehe die Info des ÖAMTC.

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