Treustraße: Neue grüne Fußgängerzone

Ein Abschnitt der Treustraße wurde zu einer begrünten Fußgängerzone umgestaltet. Die zuvor durch Asphalt und Parkplätze geprägte Straße ist dadurch deutlich freundlicher geworden.

Straße in Wien vor und nach einer Umgestaltung
Treustraße in den Jahren 2024 (links) und 2026 (rechts)

Vom Parkplatz zum urbanen Raum

Die Treustraße ist eine Seitengasse der Wallensteinstraße und liegt nur wenige Gehminuten von der U4-Station Friedensbrücke entfernt. Der öffentliche Raum in der Treustraße war lange Zeit kaum bemerkenswert, denn er unterschied sich nur bedingt von dem der meisten anderen Straßen und Gassen in Wien: viel Platz für den fahrenden und ruhenden Autoverkehr sowie weite Asphaltflächen. Im Gegensatz zu vielen anderen Straßen ist die Treustraße aber deutlich grüner; eine Allee prägt heute ihren gesamten Verlauf. Nur ein Abschnitt fehlte noch: Zwischen Wallensteinstraße und Webergasse kamen erst mit der letzten Umgestaltung Bäume dazu – und noch weit mehr.

2024 wurde der Abschnitt komplett umgestaltet und dabei zur Fußgängerzone. 14 Bäume wurden gepflanzt, zehn Grünflächen angelegt und 1.700 m² Fläche entsiegelt.[1] Dazu kamen 21 Sitzgelegenheiten, ein Wasserspiel und Trinkbrunnen. Eine helle Pflasterung wurde verlegt. Der Umbau erfolgte unter Planungsstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (beide SPÖ).[2]

Fußgängerzone in Wien mit Wassspiel und Bäumen
Treustraße nach der Umgestaltung (Foto: August 2026)

Die Schaffung einer Fußgängerzone hat den öffentlichen Raum auf ein ganz neues Niveau gehoben. Die Zufahrt mit Kfz ist für Anrainer weiterhin möglich. Auch Radfahrer können in der Fußgängerzone fahren.

Radfahrer fährt durch eine Fußgängerzone in Richtung Wallensteinstraße
Treustraße nach der Umgestaltung (Foto: August 2026)

Die Bäume sind von großen Grünflächen umgeben. Die Größe der offenen Beete fällt jedoch weniger ins Gewicht, da auch die Mitte der Straße begehbar ist. Kurzum: Für Fußgänger und den konsumfreien Aufenthalt bleibt neben der Begrünung ausreichend Platz.

Wie bei vielen in den letzten Jahren angelegten Grünflächen wurden auch in der Treustraße sogenannte „Schotterbeete“ angelegt – also Stauden- und Gräserpflanzungen in mit Schotter bzw. Kies bedeckten Beeten. Bei erst kürzlich angelegten Grünflächen (siehe Foto unten) gibt das mitunter ein etwas trauriges Bild ab. Immergrüne Gehölze, wie sie bei älteren Grünanlagen häufiger zu finden sind, werden bei solchen Neugestaltungen hingegen kaum eingesetzt.

Fußgängerzone im 20. Bezirk
Treustraße unmittelbar nach Abschluss der Bauarbeiten (Foto: Dezember 2024)

Treustraße im Wandel

Die Treustraße hat sich durch den Umbau stark verändert. Bei der folgenden Fotostrecke stammen die Fotos auf der linken Seite jeweils aus dem Jahr 2024, die der rechten aus dem Jahr 2026. Alle Fotos wurden im Monat August aufgenommen.

Wallensteinstraße: Warten auf Umgestaltung

Durch die Umgestaltung zur begrünten Fußgängerzone ist ein kurzer Abschnitt der Treustraße deutlich attraktiver geworden – im Sinne der Klimawandelanpassung, der Ästhetik und der Funktionalität für Fußgänger und Radfahrer. Die weit größere Aufgabe für den Bezirk und die Stadtregierung wartet aber direkt nebenan: Seit vielen Jahren laufen Diskussionen über die Zukunft der Wallensteinstraße. Die fast einen Kilometer lange Straße hat für die Brigittenau eine hohe Bedeutung, was sich bislang nicht in ihrer Gestaltung widerspiegelt. Bäume und Radwege fehlen, für den Autoverkehr steht unverhältnismäßig viel Fläche zur Verfügung. Für eine lokale urbane Einkaufsstraße sind das keine optimalen Voraussetzungen, da die Aufenthaltsqualität – nicht zuletzt bedingt durch den Verkehrslärm – leidet. Im Sommer kommt die mangelnde Beschattung durch das Fehlen von Bäumen hinzu.

An einer Umgestaltung und Aufwertung der Wallensteinstraße wird langfristig kein Weg vorbeiführen. Die Voraussetzungen – ein großes Einzugsgebiet durch die dichte Bebauung und belebte Erdgeschoßzonen – sind vielversprechend. Kleinere Umgestaltungen wie in der Treustraße könnten Vorbild für flankierende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sein, ersetzen den Umbau der Wallensteinstraße auf lange Sicht aber nicht.

Straße in Wien-Brigittenau
Wallensteinstraße (Foto: August 2026)

Quellen

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