Per Alibi-Umbau zur „Klimahauptstadt“?
Die Goldschlagstraße in Wien-Penzing wurde 2020 auf einem kurzen Abschnitt umgestaltet. Doch bei dem Umbau ist der "Klimahauptstadt" gehörig die Luft ausgegangen.
Die Goldschlagstraße in Wien-Penzing wurde 2020 auf einem kurzen Abschnitt umgestaltet. Doch bei dem Umbau ist der "Klimahauptstadt" gehörig die Luft ausgegangen.
Die Reinprechtsdorfer Straße ist vielleicht die unattraktivste Straße innerhalb des Gürtels. Die heruntergekommene Einkaufsstraße im 5. Bezirk ist grau, laut und ungepflegt. Und doch hat sie viel Potenzial. - Eine Fotodokumentation, entstanden 2020.
Die Seestadt Aspern ist das vielleicht bekannteste Stadtentwicklungsgebiet Wiens. Einer der zentralsten Teile der Seestadt ist das Seeparkquartier, das direkt bei der Endstelle der U-Bahn-Linie 2 liegt. Während etliche der neuen Gebäude einen zumindest passablen Eindruck machen, ist der öffentliche Raum eine mittlere Katastrophe. Die Fußgängerzone mitten in einem der aufstrebenden Stadtteile Wiens ist eine schlichte "Asphaltwüste".
Im 8. Bezirk ist Platz im öffentlichen Raum Mangelware. Einer der wenigen größeren Plätze in der Josefstadt ist der Albertplatz - doch als Erholungsort, zum Spazieren oder zur Abkühlung kann der historische Platz nur bedingt dienen: Über die Hälfte der Fläche ist für Fahrbahnen und Parkplätze reserviert, nur ein Fünftel für Begrünung und Bäume. Öffentliche Flächen, die für alle nutzbar sind, fehlen.
Der Bennoplatz liegt in einem der dichtbebautesten Bezirke Wiens - der Josefstadt. Anders als in der näheren Umgebung gibt es hier zwar etliche hohe Bäume, doch ist der eigentliche Platz für viele Menschen nur beschränkt nutzbar: Parkplätze und Fahrbahnen machen den größten Teil der Fläche aus, während es für Fußgänger mitunter eng wird. Dabei haben 70% der Bewohner im 8. Bezirk gar keinen eigenen PKW. Einerseits fehlt es in der Josefstadt generell an verkehrsberuhigten Orten und Parks, andererseits sind die vorhandenen Plätze z.T. wenig attraktiv gestaltet. So wie der Bennoplatz.
2020 wurde Wien zur "grünsten Stadt der Welt" gewählt. Doch in vielen Gegenden ist davon nicht viel zu spüren - zum Beispiel im 15. Bezirk, gleich hinter dem Westbahnhof: In vielen Gassen gibt es keinen einzigen Baum. Der öffentliche Raum ist fast durchgehend mit grauem Asphalt versiegelt, parkende Fahrzeuge prägen das Straßenbild. Auch rezente Umgestaltungen haben die Situation nur bedingt verbessert.
Das Zentrum der österreichischen Politik ist eine riesige Asphaltfläche. Nach einem missglückten Umbau präsentiert sich der Ballhausplatz heute als graue, unattraktive Hitzeinsel inmitten der Inneren Stadt. Auch in der Umgebung - vom Burgtheater bis zum Heldenplatz - beherrschen Asphalt, Parkplätze und überbreite Straßen den öffentlichen Raum. Während die Aufregung um den geplanten Turm am Heumarkt seit Jahren groß ist, wird die traurige Gestaltung im Herzen des Wiener Weltkulturerbes überhaupt nicht wahrgenommen. - Über den Ballhausplatz, sein Umfeld und Chancen für die Zukunft.
Wien hat seit 2014 einen Hauptbahnhof. Während der für sein extravagantes Dach bekannte Bahnhof sogar zum schönsten Bahnhof des Jahres 2018 gewählt wurde, gibt es in der direkten Umgebung weniger Grund zur Freude: Weite Asphaltflächen, tote öffentliche Räume, viel Verkehr und alles Grau in Grau. - Ein Rundgang.
Der Stephansplatz hat eine neue Pflasterung, die Rotenturmstraße wird zur Begegnungszone und der Schwedenplatz soll auch bald schöner werden. Nur die Wollzeile führt trotz der guten Lage immer noch ein Schattendasein. Dabei könnte die immer noch von parkenden Autos und grauem Asphalt geprägte Straße so viel schöner sein. - Ein historischer Vergleich und eine Wunschliste für die Zukunft.