Jahrhundertwendehaus abgerissen
Das Gebäude in der Budinskygasse 24 wurde 1904 errichtet und befand sich in einer Zeile ähnlicher Häuser, die alle gleich hoch waren bzw. sind. Eine Ortsbild-Schutzzone wurde bei der letzten Umwidmung im Jahr 1999 nicht eingerichtet.
Eigentlich hätte die 2018 beschlossene Bauordnungsnovelle das Gebäude vor dem Abriss bewahren sollen. Doch die Novelle erwies sich vielfach als zahnlos. Das Abreißen ging munter weiter – mit der Begründung angeblicher wirtschaftlicher Abbruchreife. Die Abbruchreife war, soweit bekannt, relativ einfach zu erreichen. Beispiele: Hohenbergstraße 18, Pohlgasse 36 (12. Bezirk), Rohrbacherstraße 29 (13. Bezirk), Linzer Straße 83 (14. Bezirk), Sperrgasse 13, Kranzgasse 24, Rosinagasse 10-14 (15. Bezirk), Lacknergasse 31 (17. Bezirk), Gentzgasse 4, Pötzleinsdorfer Straße 90 (18. Bezirk), Leopoldauer Platz 9 und 11 (21. Bezirk), Oberlaaer Straße 375 (23. Bezirk)
Die vielen Abrisse waren mit ein Grund, warum 2023 mit einer weiteren Novelle nachgeschärft wurde. Die Folge: Die Fälle von Abbruchreife gingen stark zurück.
Bekannt wurde die Abbruchgenehmigung für das Haus durch eine Anfrage der Grünen im Wiener Gemeinderat. Hier die Antwort der zuständigen Stadträtin (SPÖ):
2025: Grundstück leer
Bei einem Besuch im Sommer 2025 war das Haus bereits abgerissen und das Grundstück leer. Auf einem Bauzaun hing das Banner der Immobilienfirma Lenikus.
Quellen
- Zahlen zur wirtschaftlichen und technischen Abbruchreife (Anfrage von Georg Prack (Grüne), 33. Sitzung des Gemeinderates vom 25.1.2023)
- Zahlen zur wirtschaftlichen und technischen Abbruchreife (Antwort von Kathrin Gaál (SPÖ), 36. Sitzung des Gemeinderates vom 23.3.2023)
- Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind alle Fotos auf dieser Webseite © Georg Scherer / wienschauen.at
WienSchauen.at ist eine unabhängige und nicht-kommerzielle Webseite, die von Georg Scherer betrieben wird. Ich schreibe hier seit 2018 über das alte und neue Wien, über Architektur, Ästhetik und den öffentlichen Raum. Sie können mich hier erreichen. WienSchauen hat auch einen Newsletter:
