Wien wächst. Nach Jahrzehnten der Schrumpfung nimmt die Bevölkerung seit Anfang der 1990er-Jahre wieder zu. Entsprechend dynamisch entwickelt sich der Immobilienmarkt: Alte Häuser werden renoviert, aufgestockt oder abgerissen. Neue Häuser werden errichtet, ganze Stadtteile förmlich aus dem Boden gestampft. Doch nicht alle Neubauten in Wien sind eine Bereicherung für die Stadt. Ästhetik ist oft keine Priorität. Viele neue Gebäude werden ohne Rücksicht auf die Umgebung in historisch gewachsene Viertel gesetzt. Und bei Sanierungen leidet zuweilen die historische Bausubstanz.

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Favoritenstraße 129: erbaut 1872, Fassade 2015 abgeschlagen

Favoritenstraße: Umbau per Brechstange

Im 10. Bezirk wurde eine original erhaltene Fassade aus dem 19. Jahrhundert abgeschlagen. Die Zerstörung der 143 Jahre alten Ornamente war tatsächlich von den Behörden genehmigt worden.

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Weinzingergasse 5: erbaut 1907, Abriss 2016, Neubau 2020

Döbling: Die fatalen Folgen der fehlenden Schutzzone

Mitten im historischen Döbling wurde 2016 ein Jahrhundertwendehaus abgerissen. Auch Politik und Behörden waren mitverantwortlich, denn bei der Umwidmung einige Jahre zuvor war keine Schutzzone eingerichtet worden. Eine Schutzzone hätte den Abriss höchstwahrscheinlich verhindert.

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Hochhaus in der Seestadt Aspern

Hoch auf Blech und Sichtbeton

In der Seestadt Aspern steht die Wohnmaschine des 21. Jahrhunderts. Kein Plattenbau, sondern ein Wohnhaus, das den Charme eine Maschine oder einer Lagerhalle versprüht. Es ist ein Gebäude mit harten Kontrasten und kühn herausspringenden Balkonen. Ein Gebäude, dass sich vor allem durch grauen Beton, kühles Wellblech und Container-Optik auszeichnet.

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Albrechtskreithgasse: Blechhaus statt Landhaus

Vom Ottakringer Landhaus zum Designer-Blech

Anfang 2018 kam das plötzliche Ende für das Ottakringer Landhaus. Anrainer, Gäste und Stadtbildschützer protestierten gegen den Abriss des beliebten Gasthauses. Wenige Tage später folgten Tatsachen: An einem Samstagmorgen fuhren die Abbruchbagger vor, um das alte Fuhrwerkerhaus zu demolieren. Zwei Jahre später ist der Neubau fertig. Der Kontrast zu den Nebengebäuden könnte kaum größer sein.

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Nach vielen Abrissen sind nur noch wenige Gründerzeithäuser in Kagran erhalten.

Die Demolierung von Kagran

Auch Kagran war einmal alt. Zwischen hohen Wohnblöcken und mitunter wenig attraktiven Neubauten sind heute nur mehr kleine Reste der historischen Architektur der einstigen Vorstadtgemeinde erhalten. Bis vor ein paar Jahren war das noch etwas anders. Die Stadt Wien hat sich über viele Jahre und Jahrzehnte nicht um den Schutz dieser Häuser gekümmert. Zwar gibt es u.a. in der Wagramer Straße seit 2020 eine Schutzzone, aber selbst dabei wurden viele Häuser einfach "vergessen". Zugleich entstehen in Kagran und generell in Transdanubien reihenweise architektonisch geradezu banale Neubauten.

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Graf-Starhemberg-Gasse 14: Neubau ersetzt Klavierfabrik

Nichts Besseres nach Bösendorfer

Die Bösendorfer-Fabrik im 4. Bezirk war ein Stück Altwiener Geschichte. Seit dem Abriss vor einigen Jahren steht ein banaler Wohnblock mitten im wunderschön erhaltenen Gründerzeitensemble. Dabei wird klar: Freier Markt und unregulierte Preise führen nicht automatisch zu ansprechender Architektur. Und ein Bisschen Fassadenbegrünung hilft wenig gegen den Mangel an Bäumen und Grünflächen in der Stadt.

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Landgutgasse 1: Kunstwerk entfernt

Verschwundener Wandschmuck

Favoriten boomt. Seit der Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs wird allerorten gebaut, saniert und abgerissen. Ganze Stadtteile werden förmlich aus dem Boden gestampft. Mitten darunter hatte ein großes Kunstwerk die Jahrzehnte überdauert. 2017 wurde das fünf Geschoße hohe Sgraffito zerstört. Konsequenzen gibt es bis heute keine.

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"Bestürzende Neubauten" in Wien

Bestürzende Neubauten

Die Wiener Architektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist weltbekannt. Doch einhundert Jahre nach dem Ende der Gründerzeit haben sich die Baustile entschieden verändert: Im Neubau dominiert oft die Farbe Grau, die Fassaden sind meist glatt und schmucklos, Anleihen an historische Vorbilder passé. Neue Gebäude werden zuweilen lieblos in jahrhundertealte Stadtviertel geklotzt, selbst bei der Form und Anordnung der Fenster ist Rücksicht auf das Umfeld eine Seltenheit. - Der Artikel bietet Beispiele aus der Wiener Architektur von den 1990ern bis heute. Laufend aktualisiert.

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Neubau in der Schutzzone: Marchettigasse 8

Bauen ohne Rücksicht

Wien sitzt auf einem unermesslichen Schatz. Dieser Schatz ist die Architektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dieses gebaute historische Erbe macht Wien international so einzigartig. Doch wie wenig dieses Erbe mitunter wertgeschätzt wird, zeigt sich dann, wenn in historischer Umgebung neue Häuser gebaut werden, die in keinem Verhältnis mehr zu dem stehen, was bereits da ist. - Ein Bericht über zwei abgerissene Althäuser und ihre Nachfolger mitten im 6. Bezirk.

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